Re: STAPHISAGRIA Teil IX - DER POSITIVE STAPHISAGRIA

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Geschrieben von Sebastian am 29. April 2002 23:15:51:

Als Antwort auf: Re: STAPHISAGRIA Teil VIII - PRAXIS geschrieben von Sebastian am 29. April 2002 22:39:20:

Der positive Staphisagria-Mensch

Ein grundlegendes Problem bei Staphisagria ist, dass er - auch wenn er schon auf den Kern sehen kann - sich selbst aus dem Muster nicht befreien kann, weil er seine Gefühle nicht transformieren kann. Er hat es dann vielleicht schon begriffen, dass man sich beim Bäcker nicht vordrängelt, weil es Ärger bringt. Er hat es vielleicht auch schon begriffen, dass es nichts als Ärger, Verdruss und Energieverlust bringt, wenn er sich in gewohnter Weise über etwas echauffiert, er hat vielleicht auch schon eine Idee, wie man das anders machen könnte, aber sein Gefühl stürzt sich nach wie vor auf diesen Unhold, um ihm ordentlich eins auf die Mütze zu geben, dem unverschämten Kerl. Und deswegen bleibt er auch so lange in dieser 'Maschinerie' drin, bis er es gelernt hat, seine Ausstrahlung zu verändern, was so viel bedeutet, wie bewusst seine Gefühle zu manipulieren und zu transformieren. Staphisagria ist in aller Regel ein sehr hoch entwickelter Mensch mit hohen Ansprüchen, dessen Aufgabe es ist, die Welt tatsächlich zu verbessern!!! Nur übersieht er dabei, dass er zunächst seine eigene Welt, seinen eigenen Kosmos in Ordnung bringen muss, bevor er sich daran macht, dieses auf andere übertragen zu können. Im Positiven ist Staphisagria TATSÄCHLICH in der Lage, Berge zu versetzen und Streitereien zu beenden, die sich seit langem im Kreis drehen. Wenn er es geschafft hat sich selbst zu verändern, wird ihm sein allergrößter Wunsch in Erfüllung gehen, nämlich der, andere verändern zu können, damit die Welt ein Stückchen besser wird.

Der positive Staphisagria hat ein sehr großes Verständnis für Menschen und die Situationen, in die die Personen geraten sind. Er überblickt die Situation auch sehr schnell und erkennt die Lösungswege. Aber eben nicht nur bei anderen, sondern bei sich selbst auch! Er gerät schon auch in provozierende 'Debatten' und Auseinandersetzungen hinein, aber er weiß genau, was zu tun ist, um ein befriedigendes Ende für alle herbeizuführen. Er kann dabei durchaus sehr spitz und sehr direkt werden. Er hat da wirklich auch etwas 'Richterliches' an sich. Er urteilt schon, aber das Ziel ist bei ihm nicht die Schuldzuweisung, sondern ein Ausgleich. Es geht um Ausgleich und echte Gerechtigkeit. Und er weiß auch, dass dazu eine Wandlung der Gefühle notwendig ist. Bei ihm ist es schon so, dass die Leute ihn gerne in Streitereien mit hineinziehen wollen, er sich zum Teil auch daran beteiligt, aber nur, um die Ursache des Ganzen erkennen zu können. Da beteiligt er sich schon emotional. Er ist keineswegs distanziert oder betrachtet gar die Sache von oben herab. Aber er findet immer einen Weg aus dieser Spirale hinaus und zeigt ihn auch den anderen. Jemand, der von einem positiven Staphisagria auf diese Weise an die Hand genommen wird, wird ein ganz erstaunliches Erlebnis haben und wird auch beeindruckt sein von der sehr rechtschaffenen Persönlichkeit dieses Menschen, die sich hinter seiner mitunter sehr heftigen und spitzen Art verbirgt. Der einzige Unterschied ist wirklich, dass der positive Staphi sich auch gefühlsmäßig von dem Begriff der Schuld lösen kann, um die Ursache zu finden. Die Ursache kitzelt er heraus. Notfalls stichelt er so lange herum, bis die Beteiligten die Ursache selbst aussprechen. Er führt sie zum Erkennen des Problems durch Erfahrung. Durch das eigene Vorbild hilft er den anderen auch die Gefühle zu wandeln. Staphisagria hilft dem Unterdrückten an seine Kraft heranzukommen und dem Unterdrücker an die Erkenntnis der Sinnlosigkeit seines Handelns. Der positive kann genausowenig wie der negative Ungerechtigkeiten ertragen. Das bedeutet auch, dass sich Staphisagria einmischt, sofort! Also wenn er sieht, dass irgendwo etwas schief läuft. Er kommt ja auch wie der negative Staphi in diese Situationen herein. Vielleicht nicht ganz so häufig, aber er sucht sie immer noch eifrig zwinker1
Er ist auch immer auf der Suche nach dem Hintergrund, nach der Wahrheit und hat einen sehr ausgeprägten Forscherdrang besonders in den Bereichen Recht, Ethik und Religion. Er gibt sich mit vordergründigen Erklärungen niemals zufrieden. Es ist aber ein anderes Bestreben als z.B. bei Lachesis. Lachesis sucht die tiefsten Abgründe, um zur Erkenntnis zu gelangen und Staphisagria die göttlichsten Höhen. Beide kommen zum Ziel :-)) Der Weg ist nur völlig anders.

Der positve Staphi hat nicht nur in den Gedanken nach seinem Bestreben zum Ideal seine Ziele gefunden, sondern er sucht nach einer echten, dauerhaften emotionalen Befriedigung. Er deckt immer wieder das emotionale Ungleichgewicht auf - innen wie außen - um daraus dann das Gleichgewicht zu basteln. Das macht ihm auch unglaublich viel Spaß! Er ist nach wie vor streitlustig und streitbar, aber bei dem merkt man, dass er beweglich ist. Er hat wache Gefühle und einen regen Geist. Er lässt sich bewegen (manipulieren) und er bewegt andere. Er hat seinen Kern dahingehend gefunden, dass er eine sehr menschenfreundliche, verständnidvolle Einstellung gefunden hat. Er gibt auch so lange keine Ruhe, bis er die Beweggründe eines anderen verstanden hat. Er ist so in der Lage, andere so weit zu manipulieren, dass sie ebenfalls den Schritt über die Schwelle dieses Musters machen können. Aber durch Wohlwollen und Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Er piekst zwar und stachelt und gräbt mit seinem Schwert, er manipuliert den anderen, dass er aus sich heraus geht, aber immer mit dem Hintergedanken, den anderen verstehen zu wollen und ihn zu ändern.
Der Ritter kann auch seinen Gegner erst dann richtig einschätzen, wenn er aus ihm rausgekitzelt hat, was er wirklich kann. Und das geht nur durch einen Zweikampf. Man kann es auch gut vergleichen: Ein Ritter im Krieg hat zum Ziel, den Gegner zu vernichten. Der Ritter im Turnier hat zum Ziel sich mit ihm zu messen und die Fähigleiten zu verbessern - die eigenen wie die des anderen. Erfahrungen zu sammeln, gewissermaßen im Spiel. Im Turnier geht es auch noch um andere Sachen. Es geht sicherlich auch um die 'edle Kunst', um die 'schönen Dinge'. Und es geht um Ehre, also um die Pflege eines Ideals. Und das macht der Positive auch: Er pflegt sein Ideal und er weiß, wie es zu erreichen ist.

Der positive Staphi ist demnach eher der 'Turnierteilnehmer' und der negative will 'den Gegner vernichten' oder muss selber Zerstörung und Vernichtung erleiden.

Im Positiven geht es weiter um gegenseitiges Helfen, es geht um das Prinzip der Gemeinschaft. Hier ist der Staphisagria-Mensch nicht mehr der Einzelkämpfer, der mit anderen menschen nicht auskommt. Sobald man selber einen entscheidenden Schritt macht oder ihn gerade hinter sich hat, gehört es zur Aufgabe, einen Teil seiner Erfahrungen auf andere zu übertragen. Deswegen gibt es auch dann diese Positiv-Ausprägungen: Er hat Kontakt zu diesem Muster dieses Mittels und er kann sich hineinversetzen und er kann sich auch wieder herausziehen. Genauso wie einem andere auch dabei geholfen haben, Muster aufzudecken, herauszukitzeln, zu erkennen, hilft er nun den anderen.

Aufgepasst: Auch die positiven Staphisagrias haben immer noch ihre Zipperleins! Es ist weit nicht mehr so schlimm, wie bei einem negativen Staphisagria, aber sie werden dadurch immer noch daran erinnert, dass sie noch eine Aufgabe haben, dass sie sich noch weiter entwickeln müssen.

Immer wieder hört man Homöopathen behaupten, dass es Unsinn wäre jemanden zu behandeln, wenn ihm nichts Nennenswertes fehle. Das ist grundsätzlich falsch!. Die Entwicklung des Menschen geht immer weiter! Sobald ein Stillstand eintritt, beginnt der Tod im Leben. Leben ist Dynamik! Man darf und soll und muss sich seine Pausen gönnen, aber es geht immer weiter. Sehen wir uns noch die Stufe nach der Phase an, die wir hier als den 'positiven Staphisagria-Menschen' beschrieben haben.


Der erlöste Staphisagria

Der erlöste Staphisagria ist noch eine gute Ecke weiter gekommen, als der, den wir hier den 'positiven Staphisagria' genannt haben.
Bei ihm ist es so, dass er keinen emotionalen Resonanzkörper mehr für diese Art von Ungerechtigkeiten oder Streitigkeiten hat. Deswegen wird er nicht mehr in solchen verwickelt. Er benötigt nicht weiter die gefühlsmäßige Erfahrung, um die Situationen zu verstehen, denn er hat diese Erfahrungen zur Genüge gemacht und ist nun in der Lage solche Situationen aus einem natürlichen Impuls heraus zu lösen, ohne sie sich gesondert bewusst machen zu müssen. Er kann sehr weit hinter die Dinge sehen und sehr, sehr viel begreifen. Man darf sich den aber nicht so vorstellen, dass der keine Gefühle mehr hat. Der hat gar nichts Abgehobenes und eine erlöste Form eines Mittels hat nichts mit all dem östlichen Eso-Gequatsche zu tun. Ziel ist es nicht, sich in irgendeinem Nirvana, losgelöst von allen menschlichen Bürden aufzuhalten, sondern hier im Jetzt auf dieser Erde etwas zu bewirken. Dennoch ist der erlöste Staphisagria nach wie vor ein Idealist smiley Man kann ihn sich eher vorstellen wie einen Marionettenspieler. Und seine Marionetten sind die eigenen Gefühle und auch die Gefühle der anderen. Er kann Situationen oder auch Gefühle nach Belieben herbeiführen und sie auch sofort wieder auflösen. Der erlöste Staphi hat eine immens große Macht, die er gebraucht aber nicht missbraucht. Es dürfte sehr, sehr selten sein, so jemanden zu treffen.

Diese Menschen haben dann schon keinerlei körperliche Probleme mehr, die einen auf Staphisagria kommen lassen könnten.

Wie könnte die folgende Stufe aussehen, und wie die darauffolgende?

Liebe Grüße
Sebastian


© Sebastian Richter, 26.04. 2002


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