Re: STAPHISAGRIA Teil VII - DER RITTER

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Geschrieben von Sebastian am 29. April 2002 16:29:09:

Als Antwort auf: STAPHISAGRIA Teil VI - DIE SCHULD geschrieben von Sebastian am 28. April 2002 00:27:35:


Hier zunächst noch ein kurzer Beitrag zum Sport zwinker1

DER SPORT schlechthin bei Staphisagria ist... ? Na, ihr werdet es euch schon denken können. Klar: Es ist das Fechten! Hier haben wir unglaublich viele Staphisagria-Aspekte enthalten. Da ist die streitbare Auseinandersetzung mit Niveau, da ist das Florett oder der Degen (stechen), da sind die festen Regeln, die vorgegeben sind, wie man sich im Gefecht zu verhalten hat.
Fechten ist ein intelligenter Sport und hat nichts mit stumpfsinnigem Keulenschwingen zu tun, sondern mit Geschick, Schnelligkeit, Wendigkeit und Taktik.
Wenn man weiter zurückblickt, dann steht auch ein starker moralischer Ehrenkodex dahinter. Früher ging es beim Fechten um Leben oder Tod. Man forderte den anderen zum Duell auf, wenn dieser einen in der Ehre gekränkt hatte. Welch unheimlich konsequenter Protest! Eine Forderung nach Genugtuung auf Leben und Tod. Die Ehre war einem Mann damals wichtiger als das eigene Leben!

Wenn jemand nach 'Genugtuung' schreit, dann muss man zwangsläufig an Staphisagria denken.

Heutzutage kann der Staphisagria weniger auf das Schwert oder das Florett oder den Degen in Auseinandersetzungen zurückgreifen, sondern wird in streitbaren Diskussionen die (Wort-)Klingen mit seinem Widersacher auf sehr emotionale Weise kreuzen. Entsprechend zornig geht es dann dabei mitunter zu. Und ein Staphisagria-Gegner wird immer etwas 'Scharfes' oder etwas 'Spitzes', sehr Angreiferisches in seinen Worten an den Tag legen.


Der Ritter

Der gerechte Ritter, der mit seinem Schwert, mit seiner Rüstung und seinem Pferd loszieht, ist ein typischer Staphisagria-Vertreter.

In einem Ritter finden wir all die typischen Eigenschaften des Staphisagrias. Da ist der Edelmut, die Würde, die Ehre, die Rechtschaffenheit, Ästhetik, Höflichkeit, Streitbarkeit - und vor allen Dingen hat er immer im Hintergrund die Sache für die er kämpft.

Allein übr das Thema Ritter und Staphisagria könnte man ein Buch schreben. Ich möchte mich kürzer fassen und zu diesem Thema nun schon mehr auf den positiven Staphisagria eingehen.
Die angesehendsten Ritter im Mittelalter - auch in den Reihen der Feinde - waren die Tempelritter. Sie waren auf der einen Seite sehr gebildet und verfügten über ein immenses Wissen. Sie hatten wenig oder keine Ambitionen nach persönlichem Ruhm oder Genugtuung. Sie engagierten sich sehr stark in caritativen Einrichtungen (Krankenhäuser z.B.) und sie waren bei ihren Feinden (den Moslems) hoch angesehen und stark respektiert. Sie hatten auch einen sehr strengen Ehrenkodex, was sie durften und was sie nicht durften und sie konnten sehr wohl mit den destruktiven Kräften umgehen. Das zeigte sich in ihrer Streitbarkeit und nicht zuletzt auch in der Verehrung des Baphomet, welcher dem dunklen und verdrängtem Aspekt gleichkommt. Es wurde nach der Einheit und den Hintergründen gesucht. Auch die Tatsache, dass sie unverheiratet waren deutet darauf hin, dass sie die Einheit zunächst in sich selbst und nicht im Außen gesucht haben. Sobald jemand ein gewisses Maß an Einheit ereicht hat, wird er sehr stark und sehr mächtig.

Das Pferd

Das Pferd ist ein ganz wichtiger Bestandteil des Ritters. Im übertragenen steht es für die Gefühlskraft des Ritters.
Schauen wir uns mal an, wei ein Ritter ohne Pferd dasteht: Er entspricht dem Staphisagria, der nur mit dem Verstand, aber nicht mit seiner Gefühlskraft kämpfen kann.
Dann gibt es den Ritter, der sein Pferd nicht beherrscht. Das ist natürlich ziemlich Mist, wenn das Pferd dauernd mit einem durchgeht und gar nicht das macht, was man will. Das ist der Staphisagria, der seine Gefühle nicht beherrscht, aus ihm hervorplatzen und ihn immer wieder selbst in die peinlichsten, unangenehmsten und sogar demütigendsten Situationen bringt.

Ja, und der vollendete Ritter ist der, der es versteht nach den vorgeschriebenen Regeln des inneren Anstandes zu kämpfen und dessen Pferd seine Gedanken lesen und ohne Hilfe umsetzen kann. So ein Ritter kämpft gleichermaßen mit Herz und Verstand.

Das Schwert

Das Schwert des Ritters ist ein Symbol für den Verstand und auch für das klare Urteilsvermögen. Staphisagria ist ein intelligenter Mensch mit einem klaren Urteilsvermögen. Das Schwert steht aber nicht nur für die Fähigkeit zu unterscheiden, sondern auch für die Fähigkeit Dinge zu beenden. Dadurch können Entscheidungen herbeigeführt werden, die fest und unwiderruflich sind und nichts offen lassen. (Staphisagria ist unter Juristen, Anwälten, Richtern wohl das häufigst vertretene Mittel).
Ohne sein Schwert, also ohne seine Streitbarkeit und seine Intelligenz würde der Staphi auch nicht weiterkommen. Der 'negative' moderne Ritter wäre der Anwalt, der ständig Prozesse verliert und auch noch eins auf die Mütze von seinem Mandanten kriegt - der 'positive' Staphi-Anwalt durchschaut die Zusammenhänge bis ins Letzte und hat großen Spaß dabei zu kämpfen, zu siegen und Einigungen herbei zu führen.
Im Negativen macht er mit seinem Schwert Unfug und sucht sich ein paar Windmühlen heraus, gegen die er kämpfen kann, was von vornherein natürlich zum Scheitern verurteilt ist (Don Quichote).

Die Rüstung

Die Rüstung dient ihm natürlich dazu, möglichst unverletzlich zu sein. Da sieht man auch gewisse Entwicklungsstufen bei Staphisagria: Im Mittelalter hatten sie eine extrem schwere und komplette Rüstung und ein hohes angestrebtes Ideal (Minnesänger usw.), welches sich aber bestenfalls in den oberen Kreisen manifestieren konnte. Dieser Ritter ist wirklich unangreifbar gewesen. Es war sehr schwer, diesen Panzer zu durchdringen.

Später wurden sowohl Pferd als auch Panzerung und Waffen leichter. Dafür aber der Kämpfer wesentlich wendiger. Hier wurde also auf eine intelligente, wendige und abgespeckte Kampfausrüstung wert gelegt. Betrachtet man zur gleichen Zeit die geistige Entwicklung, stellt man fest, dass hier die Zeit der Aufklärung anbrach. D.h. man suchte nach Begreifbaren Antworten und tieferen Wahrheiten. Man sieht hier die Entwicklung: Das Mittelalter war wesentlich brutaler auch von den Lebensumständen her. Es ging noch sehr darum mit eiserner Faust für Recht und Ordnung zu sorgen, Anschauungen zu verteidigen (man denke an die Kreuzzüge). Interessant auch die Tatsache, dass später, als die Waffen wieder leichter wurden, sich auch der Handel extrem veränderte. Anstatt sich die Köpfe einzuschlagen verlegte man sich mehr darauf voneinander durch Handel und Kommunikation zu profitieren. Das hängt sehr direkt miteienander zusammen.

Der positive Staphisagria ist eher so gelagert, zu sehen, was man voneinander profitieren, voneinander lernen kann.

Der Panzer kann bei Staphisagria die emotionale Wand sein, auf die man aufprallt, wenn man ihn angreift. Es gibt mehrere Möglichkeiten einen Angriff von sich zu halten. Der Panzer dient genaugenommen der 'Absorption'. Der Staphisagria-Mensch hat damit die Möglichkeit sich hinter einem Schutzwall zu entscheiden, wie er auf bestimmte Angriffe oder Situationen reagiert. Ein Panzer ist eine passive Verteidigung, die es einem möglich macht, hinter seinem Schutzwall eine Taktik zu entwickeln. Unter Druck kann man nur noch reagieren - und zwar sofort. Der Panzer gibt Staphisagria die Möglichkeit zu agieren und nicht einfach nur zu reagieren.
Aus dem Ritter wurde der Florettfechter oder der Degenheld. Zorro wurde ja auch schon angesprochen. Das waren dann schon die moderneren Staphisagria-Helden.

Hier gebe ich euch nun eine wunderbare Übung weiter, die ich einmal bei einem Seminar mit Reshad Feild erlernt habe. Die Übung ist in ähnlicher Form mittlerweile in einem Buch von ihm beschrieben worden.

Folgende Worte finden sich zu der Übung im Buch, die ich hier zitiere:

"Bevor Sie sich dieser Übung widmen, sollten Sie sich geloben (Anmerkung: "sich etwas zu geloben ist etwas sehr Staphisagrisches zwinker1 ), daß Sie es ohne Erwartung tun werden, ohne Gier und ohne Ehrgeiz. Das kann gar nicht genug betont werden. Die falsche Einstellung, und all unser Tun führt zu nichts.
Es kommt einzig und allein darauf an, in Liebe und für die Liebe zu üben. Die innere Haltung ist entscheidend, und die einzig richtige Haltung für diese Übung ist Dankbarkeit. Es gibt einen bestimmten inneren Klang, der sich mit diesem Wort einstellt. Es ist beinahe ein Gefühl von ehrfurchtsvollem Staunen darüber, daß wir hier sein dürfen und auch noch Schlüssel für die Pforten erhalten."

Wer sich für das Buch interessiert, der findet hier eine Kurzinfo und die ISBN-Nr. Das Buch ist aber bei Amazon nicht mehr erhältlich.

Stelle dich ganz aufrecht hin und sammle dich. Lenke deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem. Atme durch den Solarplexus ein und zähle innerlich dabei bis sieben. Dann, wenn die Acht kommt, halte kurz den Atem an und schalte um auf dein Herz-Zentrum. Atme hier und gleichzeitig über die Arme und Hände wieder aus und zähle dabei wieder bis sieben. Auf acht schalte wieder um auf den Solarplexus usw. Wenn du nach einer Zeit gut im Atem und wohl zentriert bist und sich auch deine 'Denkmaschine' beruhigt hast, dann beginne mit der Übung, die sich 'Lativa' nennt.

Balle deine rechte Hand zu einer lockeren Faust, lege die linke Hand darum und führe die rechte Hand mit der Kleinfingerseite an deinen Körper auf Höhe des Milz-Chakras. Dieses befindet sich auf der Vorderseite des Körpers wenige Finger breit unter dem linken Rippenbogen. Stelle dir dabei in deiner rechten Hand ein Schwert vor. Der Griff des Schwertes befindet sich in deiner rechten Hand. Das Schwert der Lebenskraft steckt in deinem Körper auf Höhe dieses Energie-Zentrums. Es ist ein sehr sanftes, energetisches Schwert zwinker1. Konzentriere dich nun auf das Wort "Lebenskraft". Atme durch den Solarplexus ein und anschließend durch die Hände in die Milz aus. Dabei kannst du dir Lichtenergie vorstellen, die durch deine Hände in dieses Zentrum strömt. Beim Ausatmen singst du leise den laut "Huuuu". Nachdem du insgesamt dreimal dies so gemacht hast gehe zum nächsten Zentrum über.

Ziehe dazu das Schwert sanft durch deinen Körper, indem du deine Hände langsam nach rechts oben zum Leber-Chakra ziehst. Dieses befindet sich direkt unter dem rechten Rippenbogen. Sprich laut: "I wish!" (ich wünsche) und singe dreimal leise "Huuuuu" während du mit der Ausatmung die Energie in diesen Bereich einfließem lässt. Spüre die Energie, die sich hier breit macht. Was wünschst du dir von deinem Innersten her? Dann ziehe das Schwert nach links oben auf die Brust zum linken Nebenchakra des Herzens. Diese Nebenchakren befinden sich etwas höher als das Herz-Zentrum, welches sich genau in der Mitte des Brustkorbs befindet. Nun sprich: "I hope!" (ich hoffe) und transportiere wieder dreimal das "Huuuuuu" in dieses Chakra. Als nächstes ziehst du das Schwert waagrecht nach rechts herüber zum rechten Herz-Nebenchakra. Sprich hier: "I trust!" (ich vertraue). Dreimal "Huuuuu" leise singen. Dann wird das Schwert nach links oben in die Mitte gezogen zum Kehl-Chakra. Dieses befindet sich nicht direkt vor dem Hals, sondern genau auf Höhe des Knochens unterhalb der Halsgrube. Sprich hier: "I surrender!" (ich gebe mich hin). Fühle die Demut, die in dir aufsteigt. Dies hat nichts mehr mit Hingabe deines Egos an eine falsche Moralvorstellung zu tun, sondern ist die Hingabe an einen selbst, an die tiefste Art zu sein. Deine ganz persönliche Art zu sein - ohne jede aufgedrückte Moral, ohne jeden Irrglauben. Jetzt endlich führe das Schwert ein Stück senkrecht nach unten auf Höhe deines Herz-Chakras in der Mitte der Brust. Sprich hier: "I love!" (ich liebe). Spüre die Liebe, wie sie dich erfüllt und aus deinem Herzen in alle Richtungen strömt. Singe und atme hier siebenmal "Huuuuuuuu".

An dieser Stelle geht die Übung eigentlich noch in einen Teil über, den ich persönlich am wunderbarsten empfinde und der am meisten Bezug zum Ritterlichen und zu Staphisagria hat. Dieser Teil wurde im Buch aber nicht angegeben, sondern die Übung endet dort. Ich persönlich würde das Schwert danach wieder in seine Scheide stecken (Milz-Chakra)..

Das ist die sichere Variante und die Übung beinhaltet auf diese Weise keine Gefahren.
Die eigentliche Fortsetzung der Übung, wie ich sie gelernt habe, gebe ich nur persönlich weiter und ihr müsst mich bei Interesse dazu anschreiben.
Es ist auch noch möglich bei der Übung das Hermes-Chakra mit einzubeziehen. Gerade Staphisagria hat einen ganz starken Bezug zu diesem Hermes-Chakra, welches relativ unbekannt ist. Es befindet sich genau mittig zwischen dem Kehl- und dem Herz-Chakra auf Höhe der Thymusdrüse. Ich wollte zu diesem Thema in Verbindung mit dem Delphin eigentlich noch etwas schreiben, aber ich komme da im Moment nicht dazu. Vielleicht schreibt ja noch Kerstin etwas darüber oder vielleicht gelingt es mir irgendwann mal meine Frau an den PC zu kriegen - die kennt sich mit den Chakren nämlich bestens aus. In jedem Falle ist dieses Hermes-Zentrum der Mittler zwischen Verstand und Gefühl und deswegen so wichtig für den Staphisagria-Menschen. Man könnte hier z.B. "I understand" im Sinne von "Ich erfasse" sagen.

Wenn du diese Übung regelmäßig und aufrichtig machst, dann wirst du einen Großteil eines negativen Staphisagria-Musters in dir wandeln können. Du wirst es nicht mehr nötig haben, einem fremden Moralgerüst oder einem falschem Moralgerüst zu dienen und es auch nicht mehr krampfhaft zu verfechten suchen. Jetzt lernst du immer mehr deine eigene Moral, die Moral deines Herzens kennen und deine Gefühle zu wandeln. Du brauchst dann keine Vorbeter mehr, keine Kirchen, keine Sekten. Du hast es auch nicht mehr nötig anderen deine falschen Moralvorstellungen aufzudrücken. Du agierst immer mehr aus der Kraft deines Herzens, aus der Kraft deiner Emotionen, und du dienst immer mehr deinem höheren Selbst, deiner wahren Art zu sein. DU BIST FREI!

Dennoch die Warnung, dass diese Übung nicht ohne ist. Sie öffnet und aktiviert mit der Zeit die Chakren und kann einige 'erstaunliche' Wahrnehmungen und Veränderungen hervorrufen. Wer unsicher ist, möge die Übung zusammen mit einem Therapeuten machen. Es ist übrigens sowieso schön, wenn man die Übung in einem geschützten Raum zu zweit macht und sich dabei gegenüber steht.

In diesem Sinne: Gutes Üben!
Sebastian

© Sebastian Richter, 27.04. 2002


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