Re: STAPHISAGRIA - KRITIK - WANDLUNG

[ Forum für Homöopathie ]

Geschrieben von Sebastian am 28. April 2002 22:02:34:

Als Antwort auf: Zum Thema Kritik geschrieben von Kaza am 28. April 2002 10:14:39:

Hallo Kaza zwinker1

Jetzt ein ganz langer Text für dich!

>danke besonders für diesen Text, damit kann ich viel anfangen.

Fein smiley

>Bei den anderen Texten finde ich mich zwar wieder, weiß aber nicht, wie ich es wandeln könnte und würde am liebsten nur den Kopf in den Sand stecken.

Bisher haben wir uns ja auch vorwiegend darauf beschränkt, den Staphisagria so herauszukehren, dass man ihn erkennt. Und auch, dass man ihn versteht, warum er so handelt, warum er so ist. Ein Homöopath, dem das Wesen eines Mittels bekannt ist, wird es dann im Gegenüber erkennen. Am besten ist es ganz gewiss, wenn er selbst das Mittel geprüft hat und damit seine eigenen Anteile dieses Mittels gewandelt hat. Dann ist er am ehesten in der Lage, einen Patienten zur Heilung zu verhelfen.
Wir haben aber auch schon ein paar Lösungswege anklingen lassen. Richtig dazu kommen wir jetzt erst und in den abschließenden Beiträgen.

>Ich war gestern immer noch abwechselnd wütend auf mich selber und auf Dich und natürlich auf das Schicksal,

Ja. Das ist ein eindrucksvolles Lehrstück für dich dieses 'Theater' zwinker1 und auch für uns alle, nicht zuletzt weil du uns so sehr daran teilhaben lässt. Es freut mich auch, dass du weiter daran teilnehmen willst und ich hoffe, dass es ein 'Happy-End' für dich nimmt.
Schaun wir mal, ob ich dich noch ein wenig unterstützen kann, soweit du das zulässt und mir die Zeit noch reicht, denn ich werde mich bald wieder aus dem Internetgeschehen verabschieden.

Das Schwierige, aber auch das Schöne am letzten Akt ist, dass es jetzt sehr selbstbestimmt wird. Die Akteure haben es erlebt, etwas erfahren und etwas erkannt. Doch jetzt kommt der Schritt der Transformation - sicherlich der schwierigste Akt in diesem Theater! Und es liegt nun an jedem Akteur selbst, ob er diesen Prozess macht und schafft oder ob er weiterhin in den ersten Akten hängen bleibt. Das würde bedeuten, dass er dieses Theater immer und immer wieder durchmachen müsste. Sicherlich nicht auf diesem Forum. Aber im realen Leben! Und zwar so lange, bis er bereit ist, sich zu wandeln. Den Schritt der Wandlung wird nicht von heute auf morgen geschehen, wenn man so in einem Mittel drinhängt, aber die ersten Schritte können doch gut eingeleitet werden smiley

>daß es mir immer wieder zeigen muß: "Wenn Du kritisierst, bist Du böse, und dann kriegst Du 'ne Abreibung." Darum jetzt auch das Thema Kritik. Ist Kritik wirklich niemals wertvoll sondern immer nur ein Beschuldigen? Das hab ich noch nicht ganz kapiert. Wann ist meine Motivation okay, daß ich sagen kann, ich will ehrlich nur konstruktive Kritik üben und dem anderen damit nicht eins reinwürgen? Wie ist es mit Situationen, in denen man das Gefühl hat, man müsse sich wehren?
>Also, ich kenne für mich leider nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich halte die Klappe und denke mir meinen Teil, was ich oft tue, oder ich sage gleich alles schonungslos, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Vielleicht kannst Du mir erklären, wie das Mittelmaß aussehen würde, wenn es denn eines gibt.
>Und auch: was tue ich, wenn ich innerlich schon total aufgewühlt bin? Dann kann man ja wohl schlecht so tun, als sei der andere einem unglaublich sympathisch. Ich habe mich dann bisher meist unterdrückt, weil ich wußte, es bringt nichts, hier jetzt was zu sagen. Hoffe, das war nicht zu wirr.

Es könnte von mir aus in deinem Fall gerne noch viel wirrer sein smile-orange Wenn man an den Punkt kommt, an dem man nicht mehr alles sooo intellektuell zu begreifen sucht bzw. es einem langsam Schwierigkeiten bereitet, es vom Kopf her zu verstehen, dann ist das ganz gut so. Ich werde dennoch versuchen auf deine Fragen eine Antwort zu geben. Jetzt kommt aber langam der Zeitpunkt, an dem du wirklich ran musst an den Speck. Der Punkt, an dem Heilung beginnt, ist nicht wirklich der Punkt des verstandesmäßigen Verstehens, sondern des Handelns im Sinne der Transformation! Die bereits angesprochene Manipulation deiner eigenen Gefühle steht nun an.
Hierfür wird es in 'diesem Theater' bald ein paar Übungen geben, die man natürlich dann auch machen muss - wenn man es denn möchte *g*

Jetzt aber zu deinen Fragen:

>Ist Kritik wirklich niemals wertvoll sondern immer nur ein Beschuldigen?

Das kommt auf den Hintergrund der Kritik an. Wenn das angestrebte Ziel eine innere Befriedigung durch Schuldzuweisung ist, dann bleibt die Kritik sehr destruktiv - vor allem destruktiv in der Wirkung.
Wenn im Hintergrund das Bestreben nach Wandlung durch Erkennen eines Fehlers besteht, wird sie konstruktiv. Und das wieder hängt ganz eng damit zusammen, ob die Kritik auf einer persönlichen Moral beruht oder ob sie auf den Naturgesetzen beruht.

>Wann ist meine Motivation okay, daß ich sagen kann, ich will ehrlich nur konstruktive Kritik üben und dem anderen damit nicht eins reinwürgen?

Grundsätzlich wenn sie ehrlich von innen herauskommt, dann ist das ok. Wenn man dem anderen eins reinwürgen möchte, dann ist der Hintergrund die 'Rache', die 'Vergeltung', die 'Genugtuung'. Das ist doch etwas 'Schlechtes', nicht wahr? Kannst du das unterschreiben? Dann bist du schon wieder im Staphisagria-Muster gefangen zwinker1 Und JEDER EINZELNE VON EUCH, der diese Aussage unterschreiben würde, kann sich dabei mal sein Staphisagria-Muster anschauen, hihi. Das meint nämlich Staphisagria wirklich, dass es gewisse Dinge gibt, die grundsätzlich 'schlecht' sind und damit verboten. Er tabuisiert und ist im höchsten Maße Intolerant (im negativen Zustand) - er handelt aber trotzdem so und es passiert ihm immer und immer wieder. Seine eigenen Moralansprüche sind ja bombenfest. Es hindert ihn aber nicht, trotzdem genau gegen diese Moralansprüche ständig zu verstoßen.

Er hat das Idealbild, eine vernünftige, friedliche Lösung zu finden. Aber das GEFÜÜÜÜÜÜHL macht das nicht mit!!!!! Das ist ja das Widersinnige an der ganzen Geschichte. Es ist paradox! Und das Dilemma ist schrecklich. Im Grunde ist er sooo ein Menschenfreund und will alles Gute und Schöne. Und dann ist alles sooo hässlich und ungerecht, was er vorfindet. Der böse Sebastian ist sooo ein Angeber und hat sooo eine Show nötig. Er ist uneinsichtig und jede Kritik, die man anbringt, wird einfach übergangen. Das ist doch wirklich zum Kotzen! So ein Unsympath aber auch! Es ist einfach zum Haareraufen. Da muss man sich doch empören und ist wütend über diese Angelegenheit. Am liebsten würde man ihm etwas richtig Böses antun, dass er seinen Fehler einsieht und dass er auf diese unverschämte Art und Weise nicht mehr mit den Leuten umgehen kann.

Merkst du es? Staphisagria hat die Moral. 'Rache' z.B. ist etwas 'Niederes'. DAS MACHT MAN NICHT! Dann erzürnt er sich aber dermaßen, dass er dem anderen AUFGRUND seiner moralischen Berechtigung oder sogar moralischer Überlegenheit am liebsten nichts anders als im gerechten Zorn genau diese Rache zuteil werden lassen würde - wenn er denn nur könnte. Alles klar?

Für dich hier die 'Hausaufgabe', warum und auch wann genau destruktive Kritik absolut ok ist. Musst du nicht machen, aber vielleicht magst du dich damit mal auseinandersetzen?

Jetzt aber zum Thema Rache und Vergeltung, was der 'Hausaufgabe' schon etwas vorgreift zwinker1: Hier darf man nicht vergessen, dass dies ein menschliches Urbedürfnis ist - ja sogar ein ganz natürliches! Ein Rachebedürfnis entsteht vorallem aus einer Situation in der man hilflos war, in der man sich nicht sofort hat wehren können. Mitunter muss das auch so laufen, dass man jemandem etwas heimzahlt. Wenn dieser Mechanismus nicht funktioniert, dann ist man mitunter seinen Feinden hilflos ausgeliefert und man wird zum Fußabtreter der Nation. Um überhaupt eine konstruktive Auseinandersetzung erreichen zu können, ist die Erfahrung notwendig: "Ich kann mich wehren!" - fehlt diese Erfahrung, bleibt ein Ungleichgewicht der Kräfte und somit ist es unmöglich, einen Ausgleich zu schaffen.
Ist man sich seiner Sache sicher - was bedeutet, dass man sich so zur Wehr setzen kann, dass das Gegenüber mit mir nicht machen kann, was er will - muss ich diese Auseinandersetzung auf dieser Ebene nicht mehr eingehen, sondern kann nach einer konstruktiven Lösung suchen, weil hier das Gleichgewicht der Angreifenden und der sich zur Wehr setzenden Kräfte bereits vorhanden ist.
Das funktioniert im Kleinen wie im Großen und ist ein knallhartes Naturgesetz, dass das Schwächere sich am Stärkeren so lange reibt und aufbaut, bis es im Vollbesitz seiner maximalen Kraft ist (oder geschluckt wird traurig ). 'Sich entrüsten' ist nichts anderes. Erst wenn der Punkt, diese Möglichkeit erreicht ist, dem Gegner einen vernichtenden Tritt zu setzen, kann nach einer ausgeglichenen Lösung gesucht werden. Der Fehler, der hier sehr häufig gemacht wird, ist ein ständiges Wiederholen dieses Kleinkriegs, um sich selbst zu bestätigen im Fall 1: Dass man sich nicht wehren kann oder im Fall 2: Dass man eine vernichtende Macht über andere besitzt.
Hier ist normalerweise der nächste Schritt notwendig, nämlich das Suchen nach harmonischen, für beide Seiten befriedigende Lösungen.

Thema Vergewaltiguing:
Staphisagria vergewaltigt sich ja andauernd selber oder es geschieht ihm im Außen, dass er vergewaltigt wird. Ob es sich nun um eine sexuelle Vergewaltigung handelt oder ob es demütigende Worte oder andere Taten sind, die er 'erleiden muss' ist eigentlich vom Prinzip her ziemlich gleich.

Im Unterbewussten staut sich ganz viel Energie, die sich immer weiter aufstaut, weil die Person die Erfahrung gemacht hat und es sich auch weiter einredet, sich nicht wehren zu können. Entscheidende Frage ist dann wirklich: Was hättest du mit deinem Schädiger gemacht, wenn du dich hättest wehren können? Das ist das angestrebte Ziel!! Die unterbewussten Kräfte arbeiten nach einiger Zeit so stark, dass sie sich auf jedes männliche Wesen (z.B. im Falle nach einer sexuellen Vergewaltigung) stürzen, welches ein potentieller Angreifer ist. Das Problem ist nur das, dass der Verstand, das Wachbewusstsein das oft nicht wahrnimmt. Das heißt, dass sich der Spieß schon längst umgedreht hat: Sie ist vom Opfer zum Täter geworden, hat es aber vielleicht noch nicht bemerkt, aber das Muster ist das selbe geblieben. Man kommt aus den Mustern tatsächlich nur raus, wenn es einem bewusst wird, dass und vor allen Dingen wie man sich wehren kann und dass es nicht mehr nötig ist, sich noch weiter hochzurüsten. Und hier kommen wir jetzt zu dem Gesetz oder dem christlichen Grundsatz: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Wer sich selbst liebt, wird es niemals zulassen, geschädigt zu werden, ohne sich dabei zur Wehr zu setzen. Und wer sich und seinen nächsten liebt, wird es auch niemals zulassen, weiter zu schädigen, wenn er es nicht muss.

Du siehst den haarsträubenden Fehler, der sich seit 2000 Jahren lang durch die Religionsgeschichte geschlichen hat und den wir jetzt ausbaden dürfen - z.B. in Form von unerlösten Staphisagria- oder Carcinosinum-Anteilen. Die Folge ist entsetzlich: Wenn man noch eingetrichtert bekommt: "Es ist böse sich zu wehren!" unterbindet man damit gleichzeitig die Möglichkeit der entscheidenden Erfahrung der eigenen Verteidigungskraft und bleibst somit im Muster gefangen. Weil man z.B. zuerst seinen nächsten liebt und nicht sich selbst.
Genausowenig kommt man weiter, wenn man den Grundsatz nicht akzeptieren kann, dass die Nächstenliebe tatsächlich der Schritt aus diesem Muster ist.
Mit der Eigenliebe macht man den Schritt auf die Grenze des Musters - und mit der Nächstenliebe den Schritt hinaus.

Also: Wandeln hier bedeutet z.B., dass man sich als erstes mal von dem Gedanken verabschiedet, dass Rache oder Vergeltung oder sonst das Nutzen seiner von der Gesellschaft moralisch verteufelten sogenannten 'negativen' Seiten nicht grundlegend etwas Verkehrtes sind!

>Wie ist es mit Situationen, in denen man das Gefühl hat, man müsse sich wehren?

Ja wenn man das Gefühl hat, sich wehren zu müssen, dann soll man sich natürlich schleunigst wehren.

>Also, ich kenne für mich leider nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich halte die Klappe und denke mir meinen Teil, was ich oft tue,

Der passive Teil von Staphisagria - und innen gärt es weiter.

>oder ich sage gleich alles schonungslos, wie mir der Schnabel gewachsen ist.

Und dann bekommst du noch eins auf den Deckel dafür.

>Vielleicht kannst Du mir erklären, wie das Mittelmaß aussehen würde, wenn es denn eines gibt.

Also hier an dieser Stelle schon etwas Genaueres zum Wandlungsprozess:
Der erste Schritt ist, es sich anzugewöhnen gleich (nach drei Atemzügen) - und auch mit emotionalem Nachdruck - zu sagen, was einem nicht gefällt. Das verhindert die Anstauung der Energiemassen, die dann den staphisagrischen Einbruch (oder Ausbruch) und dessen Folgen provozieren. Also vom Passiven ins Aktive zu gehen.
Der nächtste Schritt ist der, sich bewusst Situationen zu suchen, in denen man stärker ist und als Sieger aus Auseinandersetzungen hervorgeht. Dann darauf achten, was es für ein Gefühl ist, wenn man selbst der Überlegene ist. So. Nur wenn du dieses Gefühl kennst, wie sich das anfühlzt, dann bist du auch in der Lage dieses Gefühl dann hervorzurufen, wenn du es haben willst!

Gut. Normalfall: Es kommt die klassische staphisagrische Situation: Man wird angerempelt oder es drängelt sich jemand vor. Die erste Reaktion: Ärger! Man möchte sich dagegen wehren und fängt auch an damit. Dritte Reaktion (unbewusst): Ich weiß genau, dass ich mal wieder den Kürzeren ziehen werde. Aber trotzdem Ende der Situation: So kommt es auch! Scheiße, ne?

Allles klar? Und JETZT gehen wir das Ganze mit manipuliertem eigenen Gefühl an:
Es kommt jemand und drängelt sich vor. Fakt ist: Es ärgert dich. Das ist ja auch ok. Folgerung: Ich werde mich wehren! Ist auch in Ordnung. Und nun kommt die Manipulation: Ich stürze mich nicht sofort in größter Erregung auf den Übeltäter, sondern atme dreimal durch. Diese Zeit nutzt du, um das GEFÜHL aus einer überlegenen Situation in mir hervorzurufen und DANN stellst du diesen Übeltäter zur Rede. Man kann ihm etwas dann sagen, aber das Gefühl, welches man mittransportiert, ist ein völlig anderes als sonst.
Du wirst merken, dass die Reaktion des anderen vollkommen anders ist als üblich. Der spürt nämlich nicht den sinnlos erregten Staphi, der nur seine Energie verplempert für nichts. Der andere ist sehr wohl in der Lage zu unterscheiden, was bei ihm ankommt - diese Sachen laufen vorwiegend auf unterbewusster Ebene ab! Das heißt auch, dass er merkt, was man ausstrahlt. Und auf diese Art und Weise bastelt sich ein positiver Staphisagria seine Umgebung mit Hilfe seiner beherrschten - also NICHT UNTERDRÜCKTEN - Gefühle auf seine für ihn passende Kragenweite zurecht. So einfach ist das smiley

Oder noch ein ganz einfacher Trick: Sich seinen Widersacher nackt vorstellen in solchen Situationen! Das gibt einem schon das Gefühl der Überlegenheit *grins*

>Und auch: was tue ich, wenn ich innerlich schon total aufgewühlt bin?

Hier hast du es schon zu weit kommen lassen. Du manipulierst deine Gefühle dann nicht, sondern sie dich. Gefühle zu beherrschen heißt sie erstmal wahrzunehmen und dann so zu verändern, dass sie einem selbst von Nutzen sind.
Als Homöopath würde ich da gar nicht viel sagen, sondern einfach eine Gabe Staphisagria verordnen. Aber für manche Menschen ist es notwendig, dass sie die Schritte bewusst machen.

>Dann kann man ja wohl schlecht so tun, als sei der andere einem unglaublich sympathisch.

Bin ich dir denn noch immer so unsympathisch? Na, vielleicht hast du es ja mittlerweile verinnerlicht, dass mein mitunter sehr heftiges und der gängigen Moral nichtkonformes Auftreten und Handeln einem sehr konstruktiven Zweck dient? zwinker1 Wenn nicht: Stell dir mich einfach nackt vor *breitgrins*
Hey! Ich bin sehr groß gebaut und mache richtig was her!!! lachen

Wirklich: Ich möchte dir vielmals und von Herzen danken, dass du wie fast kein anderer Staphisagria so gut gezeigt hast. Es liegt auch daran, dass du so schön offen bist.

Was ich noch anmerken will: Nämlich, dass die Adjektive 'negativ' und 'positiv', wie wir es auf Staphisagria beziehen, keine eigentliche Wertung in diesem Sinne sind. Bei jedem Mittel gibt es unterschiedliche 'Phasen'. Einige Phasen sind notwendig in der Entwicklung eines Menschen. Was viele als 'negativ' bezeichnen ist mitunter tatsächlich notwendig. Was aber niemals notwendig ist, ist in einer Phase hängen zu bleiben und es nicht zu verändern, sich nicht wandeln zu wollen. Das ist es, was einen dann wirklich krank macht und dann geht es richtig bergab. Ein Symptom am Körper wird dann nicht mehr als Korrektiv genutzt, sondern man arbeitet weiter in das gleiche Muster hinein und dann kommt es wirklich zu den schlimmen und unangenehmen Erscheinungen, die der Mensch so ausprägen kann.
Wenn man lange genug ein Muster aufrecht erhalten hat, wird es einfach nötig weiter zu schreiten, das Muster aufzulösen, bzw. es zu wandeln. Das Leben ist Dynamik. Festhalten und Verharren ist der Tod im Leben - das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann, genaugenommen, was er sich selbst erschafft.

Herzlichst
Sebastian


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