Re: STAPHISAGRIA Teil V - DEPRESSION

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Geschrieben von Sebastian am 27. April 2002 18:54:21:

Als Antwort auf: STAPHISAGRIA Teil IV - SEX geschrieben von Sebastian am 27. April 2002 12:03:53:

Depression
Nach einiger Zeit kam ja unter Staphisagria bei mir die Depression. Ich hatte das Gefühl, Perlen vor die Säue zu werfen. Die Welt war schlecht und das eigene Bemühen, die vielen Energien .. alles umsonst und für die Katz!

Staphisagria ist der Ansicht, dass er erkannt hat, was Recht und Wahrheit ist - die anderen sind alle so borniert und begreifen es nur nicht. Deswegen ist auch alles sinnlos, was er unternimmt, weil man erkennt, dass man die Welt zum Guten oder Idealen eben nicht verändern kann. Es scheitert nämlich an der Schlechtigkeit, Dummheit und Ignoranz der Menschen. Daraus zieht er nun den Schluss: "Es lohnt sich nicht, in diese Welt zu investieren." Wer nichts mehr investieren und damit nichts mehr manifestieren will bekommt auch weniger Energie von seiner Seele. Das heißt auch hier zieht sich die Seelenkraft zurück, aber nicht weil die anderen den Staphi nicht mögen, sondern weil er selbst nicht will! Staphisagria sieht es natürlich anders herum: Ihm geht es so schlecht, weil die anderen daran schuld sind! Er hat so wenig Kraft, weil er immer gegen Windmühlen kämpfen musste. Er hat alles verpulvert für die anderen und die haben es noch nicht einmal annehmen können, was er ihnen Tolles zu bieten hatte. Ja, sie haben es bis heute nicht kapiert, was richtig und was wahr ist.
Das ist wieder das gleiche Problem: Staphisagria arbeitet nicht daran, seine eigenen Gefühle mit seinen Idealvorstellungen in Einklang zu bringen, sondern möchte seine Idealvorstellung den anderen aufdrücken ("du darfst nicht rechthaberisch sein, du darfst nicht unbescheiden sein, du darfst hier nicht so eine Show abziehen, die Art und Weise, WIE du etwas rüberbringst ist unerhört usw.). Er vermittelt dem anderen ja immer, dass er nicht den gängigen Moralvorstellungen entspricht; aber nur, wenn er diese für sich persönlich übernommen hat! Ein ganz schön fieser und gemeiner Trick, um anderen Schuldgefühle einzutrichtern Tatsächlich wünscht er sich eigentlich, dass die anderen ihre Emotionalkraft nach seinen Wünschen einsetzen und gebrauchen, wie uns Kerstin Z und auch Kaza eindrucksvoll vermittelt haben. Deswegen sind ja auch immer die anderen schuld, wenn nichts klappt
Die Folge für Staphisagria aber ist: Wer sich seinem eigentlichen Ziel verweigert, dem Gebrauch seiner Emotionalkraft verweigert, der hat auch keine Energie mehr. Und Staphisagria sehnt sich danach, seine wunderbaren Vorstellungen in einer anderen Welt auf einen besseren Boden fallen zu lassen. Hier ist dann schon der erste Todeswunsch vorhanden!
Gehen wir mal davon aus, dass es neben der real existierenden Welt eine weitere, nicht-materielle Welt gibt, in die sich Staphisagria hineinwünscht, vielleicht sogar hineinflüchtet. Dann passiert Folgendes: Die vielen Gedanken und Bilder, die er dort hineinprojeziert, binden einen Großteil seiner Kraft an sich. Das bedeutet, dass Staphisagria in einem sehr ausgeprägtem Zustand mit einem Bein bereits 'drüben' ist. Das hat natürlich zur Folge, dass man nicht mehr hier sein möchte, keine Kraft mehr hat und die physische Existenz nur noch als Belastung, Belästigung und Behinderung ansieht. Dann haben wir die klassischen Komponenten einer Depression. Er fühlt sich total ausgesaugt und leer. Natürlich sind wie immer die anderen daran 'schuld'. "Die Welt ist schlecht!"

Wie äußert sich die Depression? Wenn es chronisch wird, dann tut er nur noch das Nötigste und er spricht kaum mehr etwas. Er igelt sich ein, schottet sich von den Menschen ab, damit er einfach auch die Möglichkeit hat, seine 'phantastischen Räume' zu betreten. Sein Leben spielt sich von nun an mehr im Traum, in der Phantasie ab. Er versteht die anderen überhaupt nicht mehr, denn die verstehen ihn ja schließlich auch nicht. In diesem Stadium der Pathologie versucht er es auch gar nicht mehr, den anderen seine Vorstellungen aufzudrücken. Totale Resignation, völlige Passivität. Aber bringt er sich wirklich um? Eher kaum. Er ist eher der Typ, der sich eine Phantasiewelt aufbaut, in die er sich zurückziehen kann. Er denkt darüber nach, er malt es sich schon aus, wie er es bewerkstelligen könnte. Es muss ein schneller, kurzer Tod sein. Er denkt daran, sich die Pulsadern aufzuschneiden oder sich zu erstechen oder auch sich zu erschießen. Da ist aber immer noch eine Art 'Rachekomponente' enthalten. Die anderen sollen sehen, was sie angerichtet haben! Schließlich muss man es ein letztes Mal noch den anderen zeigen, dass sie an dieser Misere schuld sind. Das bringt uns zum nächsten Kapitel. Das Kapitel 'Schuld'.

Demnächst in diesem Theater smiley
Sebastian


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