STAPHISAGRIA Teil IV - SEX
Geschrieben von Sebastian am 27. April 2002 12:03:53:
Als Antwort auf: STAPHISAGRIA Teil III geschrieben von Sebastian am 26. April 2002 16:35:58:
Sexualität
Die Sexualität ist bei Staphisagria ein sehr wichtiges Kapitel. Staphisagria gilt als 'sexy-minded'. Man darf nicht vergessen, dass Staphisagria ein hoch emotionales Mittel ist, auch wenn er sehr intelligent, gebildet, kultiviert und wortgewandt erscheint. Das, was hier Gefühl und Trieb verlangen, versucht die Vorstellung für Ästhetik in eine annehmbare Verpackung zu stecken. Hoher Idealismus! Wer über so eine Gefühlsintensität verfügt, der kann seine Triebe auch nicht ignorieren. Deswegen geht Staphi auf einer anderen Ebene ja auch so schön hoch
Die ganze Triebnatur wird von Jugend auf schon auf ein Idealbild fixiert. Es muss sich dabei nicht auf ein äußeres Idealbild beziehen. Es kann sich besonders auch auf die Art des Wunschpartners beziehen. Vielleicht ist auch schon ein Vorbild da. Es ist aber nicht wie bei Ignatia der 'unerreichbare Star', sondern eine doch eher realistische Person, auf welche sich aber die Triebnatur fixiert. Es wird hier schon sehr viel in den potentiellen späteren Partner hineinprojeziert, was seine Erfüllung finden soll - sie aber niemals bekommt. Natürlich onaniert der jugendliche Staphi, wie jeder andere gesunde Mensch auch, der seine Sexualität entwickelt. Die Phantasien dabei sind bei Staphisagria sehr schön! Sehr edel, sehr fein... er hat schon von früh auf ein hoch angesetztes Idealbild von der Sexualität und wie es zu sein hat.
Nun stelle man sich vor, wie der Staphisagria-Mensch sich fühlt, wenn es dann zum tatsächlichen Akt kommt und dieser war dann nicht entsprechend den eigenen Idealbildern, den eigenen Wunschvorstellungen! Ich glaube jeder von euch kann sich denken, was nun kommt: Er fühlt sich irgendwie gedemütigt! Es war einfach nicht so, wie er es sich vorstellt! Der Geschlechtsverkehr war in dem Moment keine Freude, sondern es war eine Demütigung!! Das gilt in besonderem Maße für Frauen, aber mitunter ebenso für Männer.
Irgendetwas hat nicht gepasst: Der Partner war zu grob oder hat sonst etwas getan, was nicht der Idealvorstellung entsprochen hat - es war nicht so wie erträumt! Das hat wie gesagt gar nicht unbedingt mit äußerlicher Perfektion zu tun, sondern hier stimmen das Wunschbild auf das er/sie sich und somit seine/ihre Triebnatur fixiert hat, mal wieder nicht überein mit dem tatsächlich Erlebten.Tatsächlich drehen sich bei den triebstarken Staphisagria-Naturen die Gedanken die ganze Zeit um Sex. Auch bei den Frauen. Kommt es zum Sex, dann ist es irgendwie eine Demütigung. Der entscheidende Reiz ist nicht da. Bei der Frau ist es mehr eine Art Unwohlsein und sie möchte raus aus dieser Situation. Sie hat plötzlich keine Lust mehr, mit diesem Partner einen gemeinsamen Orgasmus zu erleben. Es fehlt plötzlich das Bedürfnis! Das kann während dem Akt passieren: Zack! Weg! Der Rest des Aktes wird dann mehr oder weniger 'ertragen' und sie fühlt sich gedemütigt dadurch. Am liebsten würde sie sich ein Buch nehmen und sich einfach wegdrehen. Dabei hatte sie sich vielleicht eigentlich sehr darauf gefreut und nun ist es doch ganz anders
So kann das immer ablaufen - auch wenn man jemanden neu kennenlernt! Es kann auch wie folgt vorgehen: Man lernt jemand kennen, hat ein Bedürfnis nach körperlicher Zuneigung und schläft mit ihm oder ihr. Vielleicht ist man körperlich befriedigt, aber es war 'seelisch' nicht schön. (In der Anamnese tut sich Staphisagria oft schwer, dieses Thema anzusprechen oder er kann es nicht benennen, warum es mit diesem Partner oder dieser Partnerin für ihn soo schwer ist und es nicht so doll klappt). Staphisagria kann den Geschlechtsakt regelrecht als etwas Entwürdigendes, als etwas Ekelhaftes empfinden! Natürlich kann das auch körperliche Folgen haben dann. Über den Genitalpilz habe ich ja glaub ich schon was anklingen lassen. Staphisagria ist meiner Erfahrung nach das wichtigste Mittel bei Candida-Befall der Geschlechtsorgane und ich habe Erfahrungen damit gemacht, die umwerfend sind - so Staphisagria angezeigt war natürlich.
Ganz typisch ist die Harnwegsentzündung oder sogar eine Blasenentzündung. Jemand hatte schon die Flitterwochen-Blasenentzündung angesprochen, glaub ich. Das gab es früher vielleicht öfter als heute, wenn man sich vor der Hochzeit noch nicht so sexuell ausgetobt hatte.Beim Mann kann eine Folge die sein, dass er in seiner Triebnatur so verunsichert wird, dass es einfach nicht mehr mit der Errektion klappt beim Beischlaf.
Was tut der oder die Staphisagria dann, wenn das reale Sexualleben nicht so schön wie erhofft ist? Klar: Selbstbefriedigung! Das ist sowieso Staphisagrias Ding. Hier muss man nicht auf einen Partner eingehen und der Partner IN einem macht ja alles so, wie es wunderschön und befriedigend ist. Er zieht die Phantasie (bei der Masturbation) dem tatsächlichen sexuellen Kontakt vor, ansstatt sie 'live' zu erleben, weil er so sicher gehen kann, dass der 'Partner' seinen Wünschen entspricht und mit ihm gut harmonisiert. Das ist gewissermaßen das vollendete Liebesglück für ihn. Er bleibt bei sich (seine allgemeinen Probleme mit anderen Menschen hatten wir ja auch schon angesprochen), er geht immer wieder da rein, befriedigt sich vielleicht sogar mehrmals täglich. Letztendlich tut ihm das aber auch nicht gut (das gilt wohlgemerkt für Staphisagria und nicht unbedingt auch für andere Mittel!). Er beschäftigt sich ja nur noch mit sich und wird immer noch introvertierter. Er verlernt jeden Kontakt mit dem anderen Geschlecht, mit den anderen Menschen. Auch hier wird es Auswirkungen auf den Körper und den ganzen Organismus haben: Das Gesicht fällt ein, er bekommt Augenringe.. Nach und nach kann er keine geistige Arbeit mehr verrichten, er kann nicht mehr denken und ist nur noch gereizt. Wenn er nicht aus dieser Tretmühle ausbricht, wird es immer schlimmer und irgendwann kann er überhaupt nichts mehr tun. Die Zähne bekommen schwarze Streifen oder verfärben sich grau oder dunkel usw. usf....
Es gibt tatsächlich ein bisschen verschiedene Typen bei Staphisagria, was die Sexualität angeht.
Den frustrierten Impotenten, der nicht mehr mit seiner Frau schlafen kann oder die scheinbar Frigide haben wir schon angesprochen. Beide neigen dazu, entweder trotzdem 'sexy-minded' zu sein und befriedigen sich dann selbst oder sie ziehen sich ganz aus dem Bereich der Sexualität zurück. Allgemein muss man sagen, dass diejenigen Staphis, die ihren emotionalen Zugang eher aufs Sexuelle verlegt haben und ihre Triebe auch irgendwie noch ausleben, nicht ganz so reizbar sind, wie die, die sich aus dem Bereich der Sexualität ganz ausklinken wollen (ihr erinnert euch an die, die sich nur noch in den Kopf zurückgezogen haben und dann oftmals eine extreme Reizbarkeit und Streitsucht an den Tag legen?). Der 'sexy-minded' Staphi geht emotional eher nicht so hoch.Da ist natürlich der hochmoralische Staphisagria, der sich selbst oder den anderen die Sexualität nach seiner persönlichen (oft auch irgendeine übernommene religiöse) Moralvorstellung aufdrückt. Hier wird versucht sich oder andere zu beschneiden. Ihr könnt euch denken, dass sich gerade bei solchen Leuten eine 'doppelte Moral' ganz gerne mal ausprägt
Ihr seht schon, wie unglaublich weit Staphisagria verbreitet ist, wenn ihr mal auf die letzten zweitausend Jahre Christentum schaut und seht, was damit bei uns Menschen angerichtet wurde. Wie bei allen jüdischen Glaubensrichtungen ist da nicht nur das Christentum, sondern auch das Judentum und der Islam gleichermaßen betroffen. Die Gefahr bei all diesen 'Kirchen' ist die, dass der Ritter nicht mehr sich selbst dient, sondern einer Glaubensvorstellung, einer Moral, die ihm aufgedrückt wurde, die er aber eisern verficht.
Dann gibt es noch den 'Stauer' - eigentlich gehört der auch zu den 'sexy-mindey' Staphis und er kann auch zu den Moralaposteln gehören: Die Gedanken kleben bei diesem Menschen dauernd am Sex, einfach deshalb, weil durch den Gedanken die Kraft mobilisiert wird, sozusagen in den Startlöchern steht, aber eben nicht frei werden kann. Deshalb erinnert die Kraft den Staphi ständig daran: Hier bin ich! Mach was! Und das einzige, was er realisiert, ist nicht die körperliche Lust, sondern der Gedanke(!) an Sex. Hier sieht man wieder deutlich die Spaltung von Gedanke und Realität: Real ist das Bedürfnis, die Lust, der Trieb - jedoch der Gedanke beschränkt sich nur auf irgendeine Vorstellung von Sex.
Ich kannte mal einen Staphi, der die weltschönste Freundin hatte und verdammt: Er hat sie einfach nicht gebumst!!! Er konnte auch nicht benennen, warum er das nicht gemacht hat oder nicht wollte. Er hatte unheimlich viel Arbeit und Sachen zu erledigen und war sehr viel an seinem Schreibtisch beschäftigt usw... Einmal hat es ihr dermaßen gereicht, dass sie sich an seinem Schreibtisch nackt ausgezogen hat vor ihm und sich brettelsbreit über den Schreibtisch gelegt hat. Nach dem Motto: "Nimm mich!!!" Ihr werdet es nicht glauben, aber er hat sie nur aufgebracht gerügt und ihr erklärt, dass das doch nicht ginge und dass er jetzt beschäftigt sei und seine Arbeit machen müsse (das kann einem auch mit einem Arseniker passieren). Sie hat mir später mal erzählt, dass er in Wirklichkeit den ganzen Tag an Sex denke, aber scheinbar empfand er den Akt selbst als etwas unwürdiges. Ob er sich dann selbstbefriedigte weiß ich nicht. Seine Abneigung (oder Unfähigkeit?) gegen den Akt der Sexualität gipfelte irgendwann darin, dass sich die Dame einen Lover nahm und die Beziehung zerbrach.
Der kranke Staphi macht ja folgenden Fehler: Er erkennt sein eigenes Energiepotential nicht! Er schätzt sich falsch ein, denn er sucht im geistigen Bild sein Ich, seine Welt. In Wirklichkeit liegt ihm aber die Welt im emotionalen Bereich zu Füßen, wenn er diese Kräfte nur entsprechend erkennen und bewusst einsetzen würde.
Er hat in jedem Fall ein riesiges Energiepotential - wohin nun damit? Er kann es in Richtung Streitsucht verlagern oder er kann es in Richtung Sexualität steuern oder er versucht ganz aus diesen Bereichen zu fliehen in den Kopf, in den Intellekt. Hier bricht dann wieder die Emotionalität in Form z.B. von Streitsucht oder sonst unangemessenem emotionalen Verhalten aus, weil sie sich verselbständigt. Man kann sich aber darauf verlassen: Egal in welche Richtung es geht, es ist immer viel und es ist heftig!
Im Positiven hat Staphisagria Sex, der keine Wünsche mehr offen lässt! Es ist schön, einfühlsam und gewaltig zugleich. Er ist wirklich in der Lage, eine Kunst aus einem Akt zu machen, ohne seine Triebnatur mit Füßen zu treten.
Einer seiner eigentlichen Aufgaben ist das große Energiepotential in eine konstruktive, befriedigende und schöne Form zu bringen. Staphisagria ist ein Schöngeist!
In diesem Sinne allen einen richtig geilen Tag und guten, schönen SEX!!!
Oder ist hier noch jemand, der es als verwerflich empfinden könnte bei hellichtem Tag Sex zu haben???? *ggg*
Sebastian© Sebastian Richter, 26.04. 2002