Re: STAPHISAGRIA Teil III
Geschrieben von Kaza am 26. April 2002 20:01:29:
Als Antwort auf: STAPHISAGRIA Teil III geschrieben von Sebastian am 26. April 2002 16:35:58:
Hallo Sebastian,
mein Fett habe ich ja schon mal weg. Das war klar, das sowas kommt. Du bist ein superguter und einfühlsamer, wenn auch völlig brutaler Psychologe, aber wie es dem Klischee entspricht: etwas zwanghaft. Deine Aktionen entstehen m.E. auch aus einer Bedürftigkeit heraus. Du hast Deine großen Auftritte, soviel Nutzen sie anderen auch bringen mögen, NÖTIG. Jemand mit wirklichem Selbstvertrauen hat meiner Meinung nach nicht mehr so viel Theater nötig. Vielleicht ein bißchen Luft, etwas Nahrung, ein wenig Schlaf, das war's. Alles andere geschieht mit Ruhe und Gelassenheit, nicht mit dem Vorschlaghammer.
Jetzt kannst Du mir wieder meine idealistisch-moralische Anspruchshaltung und staphisagrische Verkopftheit vorwerfen, eine prima Taktik, die mir gesprächstechnisch mit Dir keine Chance läßt: Wenn jemand ein Problem anspricht, kann man prima den Spieß umdrehen und diesem Jemand sagen, es sei sein eigenes. Wenn eine Frau sich bei ihrem Lover wegen irgendeiner Sache beschwert, kann dieser prima erwidern, sie habe einen Vaterkomplex, der ihm langsam tierisch auf die Nüsse gehe. Auf die meisten etwas offeneren Frauen wird das erstmal Eindruck machen, denn es ist meist ein bißchen Wahrheit dran, aber der Lover hat damit Zeit gewonnen und von sich selbst abgelenkt.
Du bist ebenso ein toller Manipulierer und Rhetoriker und gerade das macht mich mißtrauisch. Du präsentierst Dich hier als Haudegen und lehrst Deine eigene Moral mit Absolutheitsanspruch. Wer widerspricht, wird bestraft bzw. hat eine "Lektion" zu lernen. Es gibt null Offenheit anderen Meinungen gegenüber. Ist das gesund?
Ich gebe zu, daß dies nicht das erste Mal ist, daß ich mich in einer solchen Situation mit einem Menschen befinde, der scheinbar nicht mit sich argumentieren läßt. Ich fühle mich auch wirklich machtlos und unzufrieden jetzt. Natürlich auch ausgepowert.
Aber meine Gefühle nun zu manipulieren, indem ich Sebastian was freundliches sage, halt etwas unerwartetes tue, das funktioniert meines Erachtens nicht. Ich würde mich weiterhin von dieser Oberschlauheit, die nicht mit sich reden läßt, gedemütigt fühlen.
Nach Sebastians Schema wird es jetzt nur zwei Möglichkeiten geben: Entweder er wift mich raus oder er sagt mir lauter nette reizende Sachen... Dreimal dürft Ihr raten.
Ich wüßte schon gern, wie ich mit solchen Zwickmühlen in Zukunft besser fertig werde. Manipulation von sich selbst und anderen ist mir aber gänzlich unsympathisch. (NICHT aus moralischen Gründen!)Thema Bescheidenheit: Vergiß den Begriff, der war unpräzise, ich meinte nicht die moralische Bescheidenheit. Ich glaube, ich meinte eher sowas wie Besonnenheit. Ist Dir schon mal in den Sinn gekommen, daß Du von uns kleinen unwissenden "wilden Staphis" eventuell auch etwas zu lernen hättest?
Ich weiß, ich klinge wie ein Alt-68er, obwohl mir auch nicht klar ist, was an denen damals sooo falsch war. Die mußten ihre Ideale aufgeben. Sind die jetzt glücklich so? Bleibt mir auch wirklich nichts anderes als klein bei zu geben?
Kann man Hierarchien wirklich nicht lockern?Jetzt bin ich zeimlich am Ende.
Sebastian, falls Du überhaupt was dazu sagen solltest: Ich bin gespannt, ob ich nun wieder dieselbe Erfahrung mache, wie so oft schon... ("Es hat eh alles keinen Zweck..")Erschöpfte Grüße
Kaza