STAPHISAGRIA Teil III

[ Forum für Homöopathie ]

Geschrieben von Sebastian am 26. April 2002 16:35:58:

Als Antwort auf: Re: STAPHISAGRIA Teil II geschrieben von Sebastian am 23. April 2002 01:03:47:

STAPHISAGRIA Teil 3

Die falsche Moral, die falsche Bescheidenheit und der Zwang zu diskutieren

Durch die eigenen sehr moralischen Anschauungen kommt es bei Staphisagria zu einer Unmenge an verzerrten Überzeugungen, wie jemand oder was zu sein hat, wie sich jemand benehmen oder verhalten muss usw. Eine dieser Eigenschaften ist die sogenannte Bescheidenheit. Man hat es ja anerzogen bekommen, bescheiden zu sein, dass man für andere ein angenehmerer Mensch ist, wenn man sich in Bescheidenheit übt. Es wirkt edler, vornehmer und vor allen Dingen anständiger, wenn nicht sogar rechtschaffen. Wenn sich ein anderer Mensch herausnimmt seine eigenen Taten oder gar sich selbst gut zu finden, dann ist Staphisagria empört! Und nicht nur das: Er fühlt sich nicht selten selbst dadurch gekränkt.

Betrachten wir uns das ein bisschen näher: Im Prinzip wird hier nichts anderes als die eigentliche Ehrlichkeit unterdrückt! Im Innersten weiß man es doch, wenn man etwas gut gemacht hat, dass es vielleicht ein anderer nicht so hingekriegt hätte und dass man sich ein Lob verdient hätte. Das kann auch ein Eigenlob sein! Bei Staphisagria ist es nun so: Dies anzuerkennen oder sich selbst zuzugestehen verbietet einem das persönliche Moralgerüst. Zufrieden ist man damit aber nicht! Also verlagert man sich darauf, anderen genau das anzukreiden, was man sich selbst nicht zugesteht! Hier haben wir mal wieder die doppelte Moral: Es ist unehrlich. Die eigene Verlogenheit wird in moralisch begründeten erhitzen Debatten und Vorwürfen gegenüber anderen verdeckt. Hier stimmt der empfundene Ist-Zustand - nämlich dass man etwas gut gemacht hat - mit dem konstruiertem Moralzustand nicht überein. Es spielt die innere Wahrheit gegen den äußeren Schein oder eben gegen ein konstruiertes Gerüst, nämlich das, wie man erscheinen möchte. Man möchte ja gerne angenehm und bescheiden erscheinen, ist es aber in Wirklichkeit gar nicht - und schon gar nicht, wenn man von irgendjemand scheinbar 'beleidigt' wurde. Hier ist also der äußere Schein wichtiger als die Wahrheit. Und wieder einmal teilt sich die Welt in zwei Hälften: In Arschlöcher und in Nichtarschlöcher. So bin ich z.B. für einige das Arschloch und das Großmaul. Wenn man es etwas tiefer betrachtet, haben die Arschlochkarte die gezogen, die sich in Bescheidenheit wähnen und selbst doch so verlogen sind und es noch nicht einmal bemerken. In der Regel ist es aber so, dass in unserer verlogenen Gesellschaft gerade diese Leute 'moralisch gestützt' werden.

Nun zum Diskutieren. Staphisagria 'diskutiert' ja so gerne. Man denke mal an die Nachfolgeschaft der 68er-Bewegung: Nach dem man demonstriert und protestiert hatte, zog man sich zurück und diskutierte darüber. Das ist sehr staphisagrisch.
Mit Staphisagria zu diskutieren ist für die anderen in der Regel nicht gerade ein Spaß. Wenn Staphisagria diskutiert, dann ist das in der Regel ein Erguss über moralische oder gerechte Vorstellungen seinerseits oder es ist (zunächst) ein verkopftes Diskutieren. Innen drin sitzt er ja auf einem Pulverfass und in der Diskussion ereifert er sich zunehmend emotional. Da er aber seine Emotionen nicht im Griff hat, entgleist die Sache häufig. In Wirklichkeit wird in einer Staphisagria-Diskussion wahnsinnig viel Energie verpufft. Für nichts und wieder nichts.
Staphisagria-Menschen diskutieren unheimlich gerne, anstatt ihre Energie auf ein konstruktives Ziel zu richten (nämlich sich selbst zu wandeln!). Im Negativen steht der destruktive Protest im Vordergrund: Widerstand! Vorwiegend aktiver Widerstand! Im Konstruktiven findet er einen Zustand vor, der untragbar aber gegeben ist und ändert ihn zuerst für sich. Das ist der Unterschied: Der negative Staphi versucht den anderen zu verändern! Der positive Staphi ändert zuerst sich selbst und dann zwangsläufig die anderen. Ein positiver Staphi kann bewusst seine Emotionen lenken. Er kennt sie! Und er kennt die der anderen und kann sie sogar nach Belieben manipulieren und damit verändern. Im Negativen verpufft er sinnlos Energie und kriegt dafür noch eins auf den Deckel - und es geschieht ihm nur recht so boshaft
Beide finden einen Vorgang vor, der nicht tragbar ist. Eines der Grundübel von Staphi ist der, dass er sich selbst außerhalb des Vorgangs sieht! Schließlich ist es ja nicht er, sondern es sind die anderen. Er bemerkt das gar nicht, bis er selber in diesem Vorgang in genau gleichem Maße verwickelt ist, wie der Verursacher.

Eine Diskussion ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn man sebst den Standpunkt, die Gefühle und die Denkweise seines Gegenübers kennenlernen möchte, um eine Lösung der Situation herbeizuführen. Dient die Diskussion nur dazu, seinen Standpunkt dem anderen aufs Auge drücken zu müssen, ist die Diskussion sinnlos. Es wird etwas übersehen: Es ist nämlich wichtig, den Standpunkt seines Kontrahenten genau zu kennen, um überhaupt eine Konfliktlösung herbeiführen zu können. Wenn gerade das Verständnis für den Gegner ist der Weg zum Sieg! Nur wenn man weiß, wie er fühlt und wie der denkt, kann man ihn manipulieren. Überfährt man ihn von vornherein, wie es Staphisagria ja so gerne tut, entgeht einem das Wichtigste.
Der eigentliche Lernprozess von Staphisagria ist der, seine eigenen Gefühle so zu manipulieren, dass sie den anderen ebenfalls manipulieren!!
Situation beim Bäcker: "HEEE, SIIIEE!!! SIE HABEN SICH VORGEDRÄNGELT!! DAS IST UNERHÖRT!!" Das ist genau die Energie, die der andere haben wollte. Das muss man wissen!! Wenn einem so etwas passiert, dann hat man nämlich selbst die Situation angezogen und mit verursacht! Und das versteht Staphisagria nicht. Er hat nur ständig das Gefühl, er kriegt vom Leben eins auf die Mütze und dass die anderen in ihrer Art unerhört sind. In Wirklichkeit zieht er die Situation aber durch seine (emotionale) Ausstrahlung an. Deswegen ärgert man Staphisagria auch so gerne und es macht so waaaahnsinnig Spaß, diese Leute hochzunehmen. Bei dem stillen Staphisagria ist die freiwerdende Energie scheinbar nicht so ausgeprägt, weil er sie ja für sich behält. Aber das ist ein Trugschluss. Auf energetischer Ebene bekommt man auch von diesem Staphi Energie. Wenn man den gekränkten, stillen Staphi betrachtet, dann kreist sein ganzes Leben nur noch um diese erfahrene Demütigung. Das bedeutet auch, dass er durch das ständige Darandenken, durch das ständige 'Sich-emotional-in-diese-Situation-Begeben' extrem viel Energie an die Situation oder an den 'Täter' richtet.

Aufgepasst: Menschen, die einen Staphisagria provozieren, suchen weder eine intellektuelle, noch eine moralische Debatte, sondern schlicht und ergreifend die vulkanische Energie, die Staphisagria freisetzt, wenn er provoziert wird. Leute! Mir ging es selten so gut wie in letzter Zeit!! LOL Es kommt so eine Unmenge an Energie hier bei mir an, dass es unbeschreiblich ist. Und die, die sich weiter erregen, sehen noch immer nicht, dass es an ihnen selbst liegt! Empört euch ruhig weiter über diesen unmöglichen Menschen. Oder nehmt es konstruktiv als Lektion hin und lernt daraus. Lebendiger werdet ihr Homöopathie noch nie erlebt haben und vielleicht verstehen jetzt einige was ich damit meine, dass man aus Büchern oder aus 'intellektuellen Diskussionen' kaum richtig lernen kann. Jetzt und hier MACHT ihr eine Erfahrung. Und gerade durch meine Art werden die Muster freigelegt und darauf aufmerksam gemacht. Ob ihr daraus lernt oder nicht, liegt an jedem einzelnen selbst. Und ob ihr euch lieber über mich echauffiert oder behauptet, dass mein Auftreten nichts mit Homöopathie zu tun hat oder ob ihr euch darauf einlasst, bleibt natürlich auch euch vorbehalten zwinker1

Der Weg hier herauszukommen ist für Staphisagria folgendermaßen: Er muss lernen, seine eigenen Emotionen, seine eigenen Triebe zu kennen und sie manipulieren. Das bedeutet zum Beispiel im Falle einer Provokation dem Angreifer einfach die Energie nicht zur Verfügung zu stellen, die er erwartet. Das hieße also freundlich zu dem Drängler zu sein, ihn vielleicht sogar zum Lachen zu bringen. Sich nicht über die Sachen aufregen, die einen provozieren wollen.
Also: Die Energie nicht zur Verfügung stellen, die der andere provozieren will.
Der nächste Schritt ist dann die Energie zu wandeln...


Das Verlieben

Die Themen 'Verlieben', 'Partnerschaft' und 'Trennung' wurden bereits beschrieben. Was ich noch hinzufügen möchte, ist die Situation, in der sich Staphisagria in jemanden verliebt, der für ihn oder sie unerreichbar ist. Staphisagria bekommt hier also nicht den Traumpartner seiner Wünsche.
Das kann bei Staphisagria öfters der Fall sein, denn Staphisagria ist ein Mensch, der wie schon angesprochen über sehr hohe Ideale verfügt. In seiner Vorstellung ist alles wunderschön, ja paradiesisch. In der harten Realität zeigt sich das böse Leben nur stetig von einer anderen Seite. Das ist natürlich demütigend, dass alle Menschen so schlecht, so unfein sind und das Leben so hart ist, man ständig von anderen geschnitten wird usw... Das ist schon wirklich ungerecht. Da schneidet man sich gerne selber noch mehr von seinen 'niederen Trieben', von seinem Unbewussten ab und geht um so mehr in die Welt der Phantasie (oder auch in die Welt des Intellekts). Das Dumme ist, dass sich die Triebe, wenn man sie nicht selbst lebt und beherrscht, einen dann selber beherrschen.

Nun zu unserem unglücklich verliebten Staphisagria. Er ist absolut fixiert auf sein Objekt der Begierde, denn er hat ja alles getan, um sie zu bekommen. Er ist ja der Ansicht, dass er das Ulimative ist, was der andere bekommen kann. Und er hat sein Opfer auch schon fest eingeplant in sein Leben! Das geht nur mit dieser Frau!!! Mit ihr gibt es das absolute Glück - meint er. So ist seine Gruindeinstellung. Wenn der Staphisagria sich aber erst einmal festgebissen hat, dann lässt er auch nicht mehr los. Er macht nicht dieses Stück heile Welt kaputt, welches er sich erträumt hat. Wenn es also auf Anhieb nicht klappt, bleibt er trotzdem dran an der Sache und versucht sich einfach alles passend zu machen. Wenn man ein Opfer eines solchen 'Staphisagria-Liebhabers' ist, dann geht der einem extrem auf den Senkel. Der ist einfach überall der Kerle! Er ist anwesend vor dem Haus, in der Arbeit, man fühlt sich von ihm beobachtet, er ist immer irgendwie vorhanden. Es gibt aber keine direkten (körperliche) Übergriffe. Er wahrt Distanz, aber er ist da!!! Staph. erscheint sogar zuuuufällig, wenn man ein Rendezvous mit dem neuen Lover hat. Man hat wirklich das Gefühl, man ist gezwungen ein Stück seines Lebens für immer mit dieser Person teilen zu müssen.

Wenn Staphi fixiert auf eine Person ist, dann schleicht er einem nach und beobachtet einen. Der schafft es wirklich, sich in der Nähe eine Wohnung zu mieten von der aus er jeden abend mit dem fernglas alles genausestens beobachtet, was denn die Angebetete so macht. Und er wird alles daran setzen, eventuell auftretende 'miese Konkurrenten' in irgendeiner Art und Weise auszuhebeln. Der Zorn richtet sich hier nicht auf die Geliebte, sondern auf den Konkurrenten. Er wird ihn schlecht machen ohne Ende. Er wird das Empfinden haben, seine Unerreichte vor diesem Unhold beschützen zu müssen.

Herzlichst
Sebastian

© Sebastian Richter, 26.04. 2002

Jetzt fehlen uns noch fogende Kapitel, die ich hoffe demnächst reinstellen zu können, so Zeit und Computer mitspielen.

Sexualität, Depression, Der Ritter, Der Delphin, Staphisagria im Positiven.



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