Re: STAPHISAGRIA Teil II
Geschrieben von Sebastian am 24. April 2002 14:01:26:
Als Antwort auf: Re: STAPHISAGRIA Teil II geschrieben von Suzan am 23. April 2002 13:51:11:
>Hallo Sebastian,
Hallo Suzan
>Du hattest in Deinem Teil II die Staphisagria-Frau erwähnt, da ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich immer nur Staph-Männer vor meinem geistigen Auge sehe. Mich würde jetzt im speziellen auch die Frauen-Seite an Staph interessieren. Sie muss sich ja schon ein wenig unterscheiden.
Im Wesen eigentlich nicht. Auch für die Staphisagria-Frau gilt das gleiche, wie für den Staphisagria-Mann. Bei den Frauen ist es halt so, dass sich diese doch sehr beschützende Art etwas mehr auf die Kinder fixiert - so vorhanden. Beim Mann ist es vielleicht eher die Partnerin. Was bei Staphisagria-Frauen auffällt, ist dass sie eigentlich sehr intelligent, recht gebildet wirken und da auch sehr hinetrher sind, ihre Geistesgaben zu entwickeln, aber dass sie regelrecht hysterisch werden, wenn es um intensive verbale Auseinandersetzungen geht. Da hat man das Gefühl, dass das eigentlich nicht zusammenpasst: So eine kultivierte und gebildete Frau und dann so ein hysterisches Auftreten mitunter! Da fragt man sich nur noch: "Wie kann es sein, dass so eine Frau ihre Gefühle nicht im Griff hat?" Die Männer werden zwar auch sehr verärgert und regen sich furchtbar auf, aber es ist mitunter nicht diese Diskrepanz vorhanden und sie haben nicht so diese hysterische Note. An dieser Stelle wird es sehr schwer Staphisagria von Ignatia auseinanderzuhalten. Wenn dich die tiefste Pathologie einer Staphisagria-Frau interessiert, dann lies mal in der Antwort an Bonnie, was ich über gewisse Ärztinnen geschrieben habe. Da kommen wir aber richtig in die Abgründe von Staphisagria rein.
Staphisagria kann aber trotz der Hysterie noch argumentieren. Ignatia kann das nicht mehr. Da schüttelt man nur noch den Kopf bei Ignatia und macht sich aus dem Staub.
Noch einen entscheidenden Unterschied zwischen Staphisagria und Ignatia: Staphisagria kann diese Situation nicht loslassen. Wenn Staphi das nächtemal den Bäckerladen betritt, ist die Situation für ihn sofort gegenwärtig und schlimmer noch: Die gleichen Emotionen sind da. Nachdem es ja die Emotionen sind, die Situationen heraufbeschwören, kann sich Staphi schon einmal darauf einstellen, dass genau das Gleiche wieder passiert :-(
Bei Ignatia ist es etwas anders: Ignatia verletzt auch sehr, verschleudert einen Haufen Dreck, kann die Situation aber wesentlich besser loslassen und lässt den anderen in der emotionalen Schlammpfütze sitzen. Staphi sitzt selbst drin. Er kann es nicht loslassen.>Prinzipiell gibt es aber doch wohl eher mehr Staphisagria-Männer als Frauen, oder?
Bei meinen Verordnungen hält sich das ungefähr die Waage zwischen Mann und Frau. Bei Ignatia hingegen sehe ich deutliche weibliche Überschüsse. Ich glaube, dass es früher vermehrt Männer waren. Aber heutzutage gibt es ja auch immer mehr Lycopodium-Frauen.
>Das ausgepägte (eigene) Unrechtsverhalten ist ja häufig z.B. auch in einem demütigenden Elternhaus begründet (klaro, nur ein Aspekt von vielen!) Da sich Frauen vielleicht generell eher demütigen lassen (als ein starkes Mannsbild), weil es einfach zu dem Frauenthema gehört, gibt es sie vielleicht auch nicht so oft?
Wenn sich Frauen generell eher demütigen lassen würden, dann müsste es ja um so mehr Staphi-Frauen geben. Ich teile aber nicht diese Ansicht.
Wenn man hinter die Kulisse von vielen Ehen schaut, gerade bei älteren Ehepaaren, stellt man fest, dass die Männer da oft auch nicht so viel zu lachen haben, dass die Frauen nur mit 'anderen Waffen' kämpfen, die vielleicht nicht so öffentlich sichtbar sind.>Fällt mir spontan meine Brücke zu den Katzen und Hunden ein (Themen: Rudeltier, Unterordnung etc.)
>Wenn es wirklich so geschehen ist, dass sich ein Staphisagria entwickelt hat, z.B. aus Demütigung, mangelnder Anerkennung etc., was könnte unter diesem Bild liegen, sprich: was war er vorher?Da muss nicht unbedingt etwas darunter liegen. Es ist eher die Frage, was Positives hinter der Lernaufgabe Staphisagria ist. Die Lernaufgabe heißt NICHT etwas loszulassen, sondern es zu wandeln!!!!! Das ist ein ganz, ganz wichtiger Satz, den sich alle Therapeuten mal hinter die Ohren schreiben sollten! Es geht nicht darum, den Staphisagria-Anteil WEGZUKRIEGEN, sondern ihn zu wandeln!! Gerade bei Staphisagria übrigens gibt es kaum ein Mittel, welches im Vorfeld darauf hinweist. Ich habe gerade mal Taraxacum gefunden, auf welches Staphisagria angeblich gut folgt. Man kann aber weiter sehen, welche miasmatische Hintergründe sich hinter Staphisagria zeigen. Da kommen wir jetzt aber in den miasmatischen Bereich und den möchte ich hier jetzt nicht auch noch aufrollen. Nur kurz: Ich sehe hinter Staphisagria in erster Linie das tuberkulinische und das psorische Misma.
>Habe mal gehört/gelesen, dass Sulfur da in enger Beziehung steht.
Sulfur würde dem psorischen Miasma entsprechen. Nach erfolgreicher Staphisagria-Gabe bei einem Patienten müsste man sehen, welches der Miasmen sich zeigt. Ist es das psorische, dann wird man entweder Sulfur oder Psorinum hinterhergeben - auch wenn sich praktisch Symptomenfreiheit beim Patienten eingestellt hat!!! An dieser Stelle wird es nun erst richtig interessant und spannend, denn die eigentliche Heilung steht hier erst an! Genau dann nämlich, gilt es die Zeichen zu erkennen. Viele Patienten aber sind bereits zufrieden, wenn sich relative Symptomenfreiheit eingestellt hat und sie empfinden sich als geheilt und wollen nicht weitergehen. Auch viele Homöopathen sind da sehr blind und der irrigen Ansicht, dass man einen Menschen nicht weiterbehandeln muss. Tatsächlich ist es mitunter schwierig, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Wenn sich das Miasma zeigt, dann muss man gnadenlos zuschlagen! Die oberen Bosse der Miasmen zeigen sich mitunter nur kurz. Aber jetzt bin ich doch noch in das Thema Miasmen reingekommen, was ich eigentlich gar nicht wollte... Also lassen wir das mal sein.
>Kann man das überhaupt so sagen oder wäre das jetzt zu viel? Gibt es auch Staphisagria-Kinder oder werden die erst "gemacht?
Alle Kinder müssen erst gemacht werde
Liebe Grüße
Sebastian