Re: STAPHISAGRIA Teil II
Geschrieben von Sebastian am 23. April 2002 01:03:47:
Als Antwort auf: Re: STAPHISAGRIA geschrieben von Sebastian am 18. April 2002 11:03:38:
Staphisagria
TEIL 2
Moral - doppelte Moral?
Staphisagria gilt ja als das moralischste aller Mittel. Bei Staph. verhält es sich so: Er hat ja die Tendenz, an anderen ein Fehlverhalten wahrzunehmen und sich darüber aufzuregen - innerlich oder äußerlich - nur geschieht es ihm häufig kurze Zeit später so, dass er sich in einer Lage wieder findet, in der er gezwungen ist, genau dasselbe Fehlverhalten selbst an den Tag zu legen! Das wird von anderen dann als doppelte Moral empfunden. Aber er selber ist sehr bekümmert darüber, wenn ihm das auffällt. Er ärgert sich in diesem Fall nun auch noch über sich selbst.
Er hat eine gewisse Selbstherrlichkeit an sich. Er fühlt sich berechtigt, Waffen zu führen, zu urteilen und zu beurteilen, aber durch jemand anderen wird er sich nicht beurteilen lassen - dies empfindet er geradezu als eine Unverschämtheit. ER, wo er doch soooo rechtschaffen ist!! Er hat hier eine Art 'Ritterkodex' und ist stets darum bemüht, dafür zu sorgen, dass die anderen diesen auch gefälligst einhalten. Aber was für das 'Fußvolk' gilt, gilt noch lange nicht für ihn! Er misst hier mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit mit zweierlei Maß. Die Situation allein gibt ihm das RECHT, seine eigenen Gesetze zu übertreten. Er fühlt sich dabei tatsächlich noch voll im Recht. Schwierige Diskussionspartner!!! Es gibt häufig Streit und Zoff und sie haben immer Recht
Es wird dann auch richtig widersinnig. Ein Beispiel: Die Kirche z.B. hat 10 Gebote - u.a. z.B. eines, das da heißt: "Du sollst nicht töten!" Aber um diesen guten Glauben und auch dieses Rechtssystem verbreiten zu können, ist es selbstverständlich absolut rechtens, Ungläubige zu töten. Und das wurde auch zur damaligen Zeit moralisch nicht angefochten!! Man sehe da mal auf die Kreuzritter.
Um seine Moral durchzusetzen verstößt er also selbst gegen seine eigene Moral und fühlt sich noch im Recht dabei. Fanatiker. Einen Staphisagria wird man auch mit den vernünftigsten Argumenten von seinen seltsamen Rechtsempfinden kaum abbringen können.
Staphisagria und die LiebeWir hatten bereits erwähnt, dass Staphisagria mehr ein 'Einzelkämpfer' ist. Er kann schlecht mit vielen Menschen zusammenleben, denn er hat ein Problem mit oder in Gruppen. Meist zieht er die traute Zweisamkeit mit einem Menschen vor, den er 'liebt', wie er es sagt. Wobei wir nochmal beim Thema Partnerschaft angekommen sind.
Wenn Staphisagria verliebt ist, dann ist er wirklich der 'galante Ritter'. Da wird richtig gesäuselt, da kommen Rosen, und mal ein Gedicht, ein schönes gepflegtes Essen usw. Der hat richtig Stil und ist sehr fein und sehr bemüht! Das ist fast schon altmodisch zu nennen. Staphisagria-Frauen lassen da auch mehr die 'Dame' raushängen. Schicke Kleidung, gepflegtes Äußeres, aber unaufdringlich. Ein sehr dezentes, aber perfektes Make-Up. Sie zeigen sich sehr verständnisvoll und sind gute Zuhörer, sind aber trotzdem emotional sehr bewegt - bei aller Zurückhaltung. Man merkt: Der andere nimmt wirklich Teil und ist interessiert!
Er hat schon auch eine recht fürsorgliche und zuvorkommende Ader und das bleibt auch in der Partnerschaft dann erhalten. Er erwartet aber eine Anpassung des Partners an die eigenen Lebensweise. Vor allen Dingen an die eigene Weltanschauung und an die Moralvorstellungen. Die Probleme in der Partnerschaft kommen sobald der Partner es nicht genauso macht, wie der Staphi es will. Er kann auf seine Weise (ähnlich wie Lycopodium) ein richtiger Diktator werden - aber er meint es immer gut dabei
Vor allen Dingen hat er eine Angewohnheit: Er verteidigt seinen Partner nach außen hin mit Zähnen und mit Klauen - fragt aber gar nicht nach, ob der Partner das denn wirklich will und ob er sich wohl fühlt in der Partnerschaft. Er setzt es einfach voraus, dass es in Ordnung sein muss. Nach außen wird der Partner gegen Angriffe aller Art verteidigt. Wenn ein Nebenbuhler auftaucht, dann 'beschützt' Staph. den Partner vor diesem 'schrecklichen Menschen' - fragt den Partner aber gar nicht, ob er den Schutz überhaupt haben möchte. Der andere wird grundsätzlich gar nicht gefragt.
Staphisagria ist ein sehr eifersüchtiger Partner. Er ist ja sehr darum bemüht, seinem Partner einen Lebensraum zu schaffen und zu bieten, in dem er sich wohl fühlen kann. Allerdings nach dem Geschmack von Staphisagria selbst. Ein goldener Käfig wird geschaffen. Alles, was irgendwie diesen Lebensraum schon stören könnte, empfindet Staphisagria als Bedrohung. Er hat ziemlich starke Besitzansprüche an den Partner selbst, für den er sich ja so ritterlich einsetzt (obs ihm passt oder nicht) und auch auf alles andere, was das von ihm Geschaffene betrifft.
Er macht es in seinen Auigen dem anderen so schön, dass es eine FRECHHEIT ist, wenn der sich anderen Interessen oder gar Personen zuwendet.
"Ich weiß gar nicht, was du hast!!?? Es fehlt dir an NICHTS!"
Es muss noch nicht einmal eine Liebschaft sein, sondern es reicht schon die Freundin einer Partnerin oder die Partnerin möchte plötzlich einen Hund oder sonst etwas für ihr persönliches Interesse haben oder ihren Spaß tun. Man darf also keinen Spaß haben ohne ihn!!! Spaß ohne ihn geht nicht!! Ein irrer Egoist also. Es ist für ihn tatsächlich unvorstellbar, dass der andere etwas tut, ohne ihn oder was seiner persönlichen Moralvorstellung nicht entspricht.
Neue Interessen des Partners, die Staphisagria nicht teilt, stoßen auf völliges Unverständnis und können der Beginn des Todes einer Beziehung sein. Es gibt Streit (außer der Partner ist Carcinosinum und lässt sich alles gefallen).
Plötzlich fängt die an Bilder zu malen!! Und besucht auch noch diese Volkshochschulkurse dazu!! Das ist doch ein Schlag ins Gesicht! Und dann sind die Bilder vielleicht noch nicht mal ästhetisch. Wenn sich die Partnerin auch noch nackt auf der Leinwand wälzt, dann gibts ernsthaft Streit. Überhaupt gibt es immer Streit, wenn sich der Partner nicht anpasst. Es ist einfach empörend!
Ganz schlimm für ihn ist es auch, wenn sich der Partner in der Öffentlichkeit daneben benimmt. Das ist Staph. entsetzlich peinlich. Der stille Typ zieht sich dann eher zurück und versucht gemeinsame Auftritte demnächst zu meiden, der andere regt sich Zuhause dann furchtbar darüber auf. Also erst danach - in der Situation selbst behält man so weit möglich Anstand und Würde. Zuhause gibts ordentlich eins auf die Mütze: "Wie kannst du mich nur so peinlich bloßstellen?" Er kann zuweilen zwischen Du und Ich nicht unterscheiden. Was für ihn gut ist, ist auch für den Partner gut!! Passiert dem Partner etwas Peinliches, schämt sich Staphisagria dafür - wird der Partner angegriffen, gilt der Angriff auch gleichermaßen Staphisagria usw..Das ist aber nicht wie bei Phosphorus, wo die 'Kanäle alle offen sind', sondern er ist aktiver und überträgt mehr. Phosphor empfindet es selbst, wie es für den anderen ist. Bei Staph. kann es sein, dass er etwas als peinlich empfindet, was den Partner überhaupt nicht berührt. Peinlichkeiten aller Art sind für ihn etwas Schreckliches. Sehr schwierig im Umgang dieser Mensch.
Wie es dann aussieht, wenn es zur Trennung kommt, habe ich ja schon im vorigen Artikel beschrieben.
Für heute reicht es glaub ich und die Sexualität und der positive Zustand müssen bis zum nächsten Mal warten.
Liebe Grüße und gute Nacht
Sebastian© Sebastian Richter, 23.04. 2002