Re: Auftreten alter Symptome während Behandlung
Geschrieben von Birgit C am 30. April 2008 08:41:30:
Als Antwort auf: Re: Auftreten alter Symptome während Behandlung geschrieben von Methica am 29. April 2008 14:36:37:
>Hi Wolfi,
>klingt erstmal schon positiv, was du so schreibst. Ich dachte schon, ob irgendwas nicht "normal" scheint. Aber da es dir auch so geht, wird dies wohl wirklich eine Aufarbeitung sein.
>LG Methi
Hallo Methi,ja, Aufarbeitung scheint mir ein guter Begriff dafür zu sein.
Ich sage jetzt mal etwas aus meiner Sicht dazu, ohne Anspruch auf "Allrichtigkeit" ;-)Krankheitssymptome weisen ja oft auf ein bestimmtes Thema hin. Bei psych. Symptomen ist das oft ganz offensichtlich, aber auch die Körpersprache ist recht deutlich, was sich in Redewendungen nicht selten zeigt (z.B. die Nase voll haben, es geht mir an die Nieren, es juckt mich etc.)
Wenn ich sage, es weist auf ein Thema hin, dann kann sich dieses Thema in unterschiedlicher Ausprägung zeigen. Z.B. kann ich ein "Problem" mit Aggressivität haben, sowohl bei zu wenig als auch zu viel oder eben an falschen Stellen gelebter Aggressivität.
Ich beziehe mich hier gerne auf R. Dahlke, der sich ausführlich mit den Be-Deutungen von Krankheitssymptomen auseinandergesetzt hat u. feststellt, dass Krankheit von uns verlangt, dass wir bewusst werden. Hier ist er auch nicht weit von der Homöopathie entfernt, der er übrigens den höchsten Stellenwert im Heilungsprozess einräumt.
Hahnemann spricht ja von einer Verstimmung der Lebenskraft, und er sieht diese Verstimmung auch im geistigen (bzw. geistartigen) Bereich (innere Dynamis). Der Körper reagiert erst später.
Zitat § 11 und 12 Organon der Heilkunst, 6. Auflage:
§ 11
"Wenn der Mensch erkrankt, so ist ursprünglich nur diese geistartige, in seinem Organism überall anwesende, selbstthätige Lebenskraft (Lebensprincip) durch den, dem Leben feindlichen, dynamischen Einfluß eines krankmachenden Agens verstimmt; nur das zu einer solchen Innormalität verstimmte Lebensprincip, kann dem Organism die widrigen Empfindungen verleihen und ihn so zu regelwidrigen Thätigkeiten bestimmten, die wir Krankheit nennen, denn dieses, an sich unsichtbare und bloß an seinen Wirkungen im Organism erkennbare Kraftwesen, giebt seine krankhafte Verstimmung nur durch Aeußerung von Krankheit in Gefühlen und Thätigkeiten, (die einzige, den Sinnen des Beobachters und Heilkünstlers zugekehrte Seite des Organisms), das ist, durch Krankheits-Symtomen zu erkennen und kann sie nicht anders zu erkennen geben."§ 12
"Einzig die krankhaft gestimmte Lebenskraft bringt die Krankheiten hervor, so daß die, unsern Sinnen wahrnehmbare Krankheits-Aeußerung zugleich alle innere Veränderung, das ist, die ganze krankhafte Verstimmung der innern Dynamis ausdrückt und die ganze Krankheit zu Tage legt. Hinwiederum bedingt aber auch das Verschwinden aller Krankheits-Aeußerungen, das ist, aller vom gesunden Lebens-Vorgange abweichenden, merkbaren Veränderungen mittels Heilung, eben so gewiß die Wiederherstellung der Integrität des Lebens-Princips und setzt folglich die Wiederkehr der Gesundheit des Organism nothwendig voraus."Wenn ich Hahnemanns Ausführungen hier mit Dahlkes Forderung der Bewusstheit verbinde, dann könnte es also darum gehen, diesen Prozess umzukehren, die Pathologie aus dem Körperlichen wieder dahin zu heben, wo sie begonnen hat. Dieses kann man durch Bewusstheit erreichen.
Wenn ich z.B. erkenne, was mich innerlich beinahe zur Explosion treibt, dann hat es mein Körper nicht mehr nötig, dies zu manifestieren. ABER: Jetzt ist es (leider) so, dass die Erkenntnis alleine nicht ausreicht. Sie muss letztentlich gelebt werden. Und hier beginnt ganz häufig das Auf und Ab, das sehr viele Heilungsprozesse kennzeichnet. Es geht nicht ganz kontinuierlich aufwärts, so nach dem Motto, jetzt habe ich verstanden, worum es geht und was ich ändern muss. Hier müssen wir uns im Klaren darüber sein, dass unser Denken, unser Fühlen, unser Verhalten leicht wieder in die jahrelangen Bahnen zurückfließt. Es sind sozusagen die super breit ausgebauten Straßen, während die neuen veränderten, auch als gut und richtig erkannten, Wege erst mal so was wie zarte Pflänzchen sind, die ganz gut gepflegt werden wollen.
In diesem Sinne, um jetzt doch den Bogen zu deiner ursprünglichen Frage zu schlagen, sehe ich das so, dass es immer der Pflege, der Aufmerksamkeit und hom. gesehen evtl. der häufiger wiederholten Heilungsreize (durch Wiederholungen des Mittels oder evtl. auch Gabe neuer Mittel) bedarf. Und die wiederkehrenden alten Symptome können dafür ein Hinweis sein. Hier ist etwas in Bewegung gekommen, aber die o.g. breiten Straßen oder eben das Gedächtnis oder die Gewohnheit des Organismus zeigen, dass die "Rückfälligkeit" lauert.
Ich weiß, dass ich Hahnemann jetzt gewissermaßen auch interpretiert habe, und allein die mehrseitige Anmerkung zum § 11, die der Erläuterung der Begriffe dynamischer Einfluss, dynamischer Kraft gewidmet ist, zeigt, dass es sich hier um eher schwierig durch die Sprache zu erläuternde Begriffe handelt.
Meine obigen Ausführungen stellen einen Versuch dar, pathologische Entwicklungen bzw. ihre Aufhebung, zu begreifen. Mir selbst erscheint die Verbindung zu der Sichtweise Dahlkes hier nachvollziehbar.Liebe Grüße, Birgit
- Re: Auftreten alter Symptome während Behandlung Methica 01.5.2008 12:06 (0)
- Re: Auftreten alter Symptome während Behandlung Paulo 30.4.2008 11:54 (0)
- Re: Auftreten alter Symptome w�hrend Behandlung Julia 30.4.2008 11:32 (0)
- Re: Auftreten alter Symptome während Behandlung Wolfi 30.4.2008 09:50 (1)
- Re: Auftreten alter Symptome während Behandlung Angela 30.4.2008 18:33 (0)