Re: Repertorisierung-Reanimation[[frust]]

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Geschrieben von Angela am 17. März 2008 20:47:44:

Als Antwort auf: Re: Repertorisierung-Reanimation[[frust]] geschrieben von Shana-Alice am 17. März 2008 19:53:39:

Hallo Shana-Alice!

>und wieso verteidige ich mich eigentlichbiggrin

Weiß ich nicht, vielleicht weil Du Dir Hinweise erhoffst, die Dich weiterführen? Ich hab's auch gar nicht so als Rechtfertigung empfunden, eher eben als Erläuterung.

Ich wollte Dir schon vor ein paar Tagen auf Dein Eingangsposting antworten, bin aber unterbrochen worden. Da wollte ich mal kurz erklären, wieso Du solche Stichworte wie Nahtoderlebnis oder Reanimation im Repertorium mit ziemlicher Sicherheit nicht findest, nicht finden kannst. Das liegt daran, dass Repertorien ausschließlich auf Erfahrungswerten basieren, die entweder aus Arzneimittelprüfungen oder aus der Klinik kommen. Bei einer AMP kann so eine Causa erst gar nicht rauskommen, wie auch. Und wenn es schon mal vorkommen sollte, dass jemand, dessen Symptome auf ein Nahtoderlebnis zurückzuführen sind, durch ein Mittel geheilt wird, reicht eine Heilung noch lange nicht, um sich für eine Rubrik im Rep zu qualifizieren.

Dazu kommt noch, dass die Sache mit der Causa an sich ein bisschen schwierig ist. Ein Symptom ist eindeutig, Ursachen sind das oft nicht. Die kann man wahrscheinlich nur dann als gesichert in ein Nachschlagewerk übernehmen, wenn es eine Mindestzahl an Bestätigungen gab, also dass mehrere Patienten mit demselben Husten vorher demselben Auslöser ausgesetzt waren und allen dann dasselbe Mittel geholfen hat. So entstehen mit der Zeit wohl auch die "bewährten Indikationen", die nichtsdestotrotz weiterhin mit Vorsicht zu genießen sind, denn beim nächsten Patienten mit demselben Auslöser und ähnlichen Symptomen mag dasselbe Mittel dann wieder doch nicht angezeigt sein.

Die kausalen Zusammenhänge, die Du hier konstruierst, erscheinen mir, mit Verlaub gesagt, etwas gewagt. Ein Grundsatz der homöopathischen Behandlung ist, dass der Behandler sich aller Interpretationen enthält und sich nur auf Fakten konzentriert. Das soll keine Kritik sein, denn wenn ich Dich richtig verstanden habe, geht es Dir ja nicht darum, Deine Freundin zu behandeln, sondern ums Mittelstudium, nicht? Ich würde mich dabei allerdings nicht in erster Linie auf das vermutete ursächliche Erlebenis konzentrieren, sondern - wie Sebastian schon schrieb - auf die aktuellen Symptome und den aktuellen Zustand Deiner Freundin.

Da ist das Rep allerdings nicht die geeignete Quelle. So, wie Du es beschreibst, würde ich Dir eher ein gründliches Arzneimittelstudium ans Herz legen, und zwar an Hand einer oder sogar mehrerer guter Materia medica (ich glaub, das müsste auf Latein jetzt Materiae medicae heißen, brrr) und mehrerer ebenso guter Arzneimittelkurse, wie sie zum Beispiel von Sebastian angeboten werden. Die kann ich Dir wirklich ans Herz legen, denn in seinen Kursen bekommst Du genau das, was Du suchst: einen ganz tiefen Einblick ins Wesen des Mittels, keine klinische Symptomaufzählung, und das nicht nur intellektuell, sondern als Erfahrung. Damit sind natürlich nur relativ wenige Mittel zu erfahren, die aber so tief wie sonst selten; eine ordentliche MM ersetzen allerdings auch sie nicht.

Wenn Du Dich so durch die Mittel arbeitest, stößt Du bestimmt irgendwann auf eins oder mehrere, in denen Du Deine Freundin wiedererkennst - und vielleicht hat eins davon sogar ein Todesthema mit drin, wer weiß.

>Wie sollte man dann verfahren? Die Gemütssymptomatik als einzigen Anhaltspunkt nehmen?

Da gibt es viele Schulen. Die einen stellen die Gemütssymptomatik über alles andere, die anderen halten sich lieber an die handfesten körperlichen Symptome... Das sind Erfahrungswerte, das hat jedoch sicher auch viel mit der Veranlagung des Behandlers zu tun. Wer eine geschulte Intuition hat und ihr auch vertraut, wird sich in der Psyche problemlos zurechtfinden, die den eher intellektuellen Typen wiederum zu "glitschig" ist.

>Ist es vielleicht nicht so schwierig, wenn man den Patienten nicht so gut kennt?

Das ist allerdings auch ein Faktor, den man nicht einfach übersehen sollte. Nicht umsonst ist es für Ärzte und vor allem Psychologen ein Tabu, sich selbst, Familienmitglieder oder Nahestehende zu behandeln. Da geht es gar nicht mal so sehr um fehlende Abgrenzung, denn die kann man schon haben oder entwickeln, sondern schlicht um eine Art Betriebsblindheit. Ein Fremder nimmt eine Person logischerweise immer objektiver wahr.

Lieben Gruß
Angela





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